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Vitali Klitschko: "Ich kann Putin nur warnen"

Vitali Klitschko will den ukrainische Ex-Machthaber Janukowitsch vor Gericht sehen. Von Russlands Präsident Putin fordert er daher, einem solchen "blutigen Diktator" keinen Schutz zu gewähren.

Der designierte ukrainische Präsidentschaftskandidat Vitali Klitschko hat Russland vor einer Eskalation der Lage gewarnt. "Im Osten unseres Landes versucht Russland derzeit starken Einfluss zu nehmen, da müssen wir besonders aufpassen", sagte Klitschko in einem Interview der "Bild"-Zeitung. In Russland sei von einigen Medien versucht worden, das Bild von einem Putsch und radikalen Demonstranten zu zeichnen. "Das ist einfach falsch", sagte Klitschko, der als Kandidat bei der Präsidentenwahl im Mai antreten will.

Klitschko betonte, der russische Präsident Wladimir Putin dürfe dem gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch kein Exil gewähren. "Ich kann den russischen Präsidenten nur davor warnen, Janukowitsch aufzunehmen und damit einem blutigen Diktator Schutz zu gewähren. Janukowitsch muss sich in der Ukraine vor einem Gericht für seine Taten verantworten", sagte der ehemalige Boxweltmeister.

Es gebe starke Anzeichen dafür, dass sich der Flüchtige Janukowitsch auf der Halbinsel Krim in einem russischen Militärlager versteckt halte.

Jazenjuk soll Regierungschef werden

Als Reaktion auf den Umsturz im Nachbarland hatte die Regierung in Moskau ihre Truppen im Grenzgebiet in Alarmbereitschaft versetzt. Auf die Frage, ob er ein militärisches Eingreifen Russlands befürchtet, sagte Klitschko: "Ich kann mir das nicht vorstellen, denn eine solche Eskalation der Situation wollen beide Seiten nicht." An diesem Donnerstag soll das Parlament in Kiew indes den Politiker Arseni Jazenjuk als Interims-Regierungschef wählen. Der 39-Jährige war eine Schlüsselfigur der Protestbewegung. Die Abstimmung über das neue Kabinett gilt als weiterer Schritt zu einer Beruhigung der Lage. Die Personalien hatte der sogenannte Maidan-Rat der Demonstranten am Mittwochabend vorgeschlagen. Weder Julia Timoschenko noch Klitschko standen auf der Kabinettsliste.

nck/Reuters/DPA / DPA / Reuters