Vorstadtkrawalle Brennende Wut in Paris


Mit Steinen und Brandsätzen greifen die Jugendlichen an, mit Tränengas und Gummigeschossen antworten die Polizisten: Bei Straßenschlachten in Pariser Vorstädten wurden dutzende Beamte verletzt. In einer Dringlichkeitssitzung will Frankreichs Präsident Sarkozy mit den zuständigen Ministern über die Lage beraten.

Die Krawalle bei Paris nach dem Unfalltod zweier Jugendlicher haben sich am späten Montagabend auf sechs Gemeinden ausgeweitet. Bei Straßenschlachten von Jugendlichen mit der Polizei wurden nach unterschiedlichen Angaben französischer Sender zwischen 30 und 40 Beamte verletzt. Einige der Polizisten wurden von Schrotgeschossen verletzt. Von Villiers-le-Bel griffen die Unruhen auf Ermont, Cergy, Goussainville, Sarcelles und Garges-lès-Gonesse über. Das teilte die zuständige Präfektur mit.

Unfall löste Krawalle aus

Auch mehrere Gebäude, darunter eine Bücherei, ein Kindergarten sowie mehrere Geschäfte, wurden von Randalierern angezündet. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Journalisten, die die Krawalle filmen wollten, wurden von Jugendlichen tätlich angegriffen. Zwei Kameraleuten wurde die Ausrüstung gestohlen. Auch Feuerwehrwagen wurden attackiert.

Die Krawalle hatten sich am Sonntagabend in Villiers-le-Bel am Tod zweier Jugendlicher entzündet, die mit ihrem Motorrad mit einem Streifenwagen kollidiert waren. Dies ließ Erinnerungen an die wochenlangen Jugendunruhen in französischen Einwandererstädten vor zwei Jahren wach werden. Auslöser war damals der Unfalltod zweier Jugendlicher gewesen, die vor der Polizei in ein Transformatorhaus geflohen waren.

Diesmal handelt es sich nach ersten Ermittlungen der Staatsanwaltschaft um einen Verkehrsunfall. Die Jugendlichen hatten dem Streifenwagen die Vorfahrt genommen. Die Polizisten hätten die heranrasenden Jugendlichen praktisch nicht sehen können, sagte die zuständige Staatsanwältin dem Sender LCI.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat aufgrund der Unruhen eine Dringlichkeitssitzung der für die innere Sicherheit verantwortlichen Minister und Behördenchefs anberaumt. An dem Treffen nehme unter anderen Innenministerin Michele Alliot-Marie und Ministerpräsident Francois Fillon teil, sagte Sarkozys Sprecher. Die Beratungen sollen am Mittwoch nach der Rückkehr des Staatschefs von seinem Staatsbesuch in China stattfinden.

DPA/AP/Reuters AP DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker