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Wahlen im Irak: "Termin nicht heilig"

Die US-Regierung will, dass die Wahlen im Irak pünktlich Ende Januar abgehalten werden. Nun aber hat der irakische Präsident Ghasi Jawar erklärt, dass ihm Sicherheit vor Pünktlichkeit geht.

Der irakische Präsident Ghasi Jawar hat den Termin für die ersten irakischen Wahlen nach dem Sturz Saddam Husseins in Frage gestellt. Der Termin sei nicht in Stein gemeißelt und könne geändert werden, wenn die Sicherheitslage keine fairen und allgemeinen Wahlen ermögliche, sagte Jawar in einem Interview, das die arabische Zeitung "Aschark al Aussat" am Donnerstag veröffentlichte. Die irakische Übergangsregierung und die US-Regierung haben wiederholt erklärt, eine pünktliche Wahl sei für eine Beendigung der Gewalt im Land wichtig.

"Der Termin 31. Januar ist nicht heilig und nicht dasselbe wie das moslemische Fest Eid al Adha oder der Neujahrstag oder der Beginn des Ramadan", sagte Jawar. "Wir tun unser Bestes, um diesen Termin einzuhalten. Aber wenn wir sehen, dass es keine Sicherheit für die Wahlen gibt oder dass die Lage keine fairen, umfassenden Wahlen erlaubt, dann werden wird nicht zögern, den Termin zu ändern", sagte er weiter. "Wir basteln hier keine Puppenstube, sondern bauen den Irak wieder auf", fügte er hinzu.

Die anhaltenden Anschläge und Aufstände im Irak hatten Zweifel aufkommen lassen, ob die seit Jahrzehnten ersten demokratischen Wahlen im Irak zum geplanten Termin abgehalten werden können. Der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi will noch vor Januar die Kontrolle über die von Rebellen beherrschten Gebiete des Landes wiedergewinnen.

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