Washington Auch das Weiße Haus erhielt Rizin-Brief


Das Weiße Haus hat im vergangenen November ebenfalls einen Brief mit dem hochgiftigen Rizin erhalten. Dies wurde bekannt, nachdem eine solche Postsendung im Büro von Senatsführer Bill Frist eingegangen war.

Das Weiße Haus hat bereits im vergangenen November ebenfalls einen Brief mit dem hochgiftigen Rizin erhalten. Dies wurde am Dienstagabend in Washington bekannt, nachdem dort eine solche Postsendung im Büro von Senatsführer Bill Frist eingegangen war. Das Schreiben an Präsident George W. Bush wurde nach Angaben eines Polizeibeamten in einer Poststelle außerhalb des Weißen Hauses sichergestellt. Eine Gefahr habe nicht bestanden, weil das Rizin in Körnerform eine zu schwache Konzentration gehabt habe.

Im vergangenen Oktober wurde eine Sendung mit Rizin auch in Greenville in South Carolina sichergestellt. Die darin enthaltene Substanz ähnelte der an das Weiße Haus entsandten sehr stark. In Begleitschreiben wurden jeweils die neuen Bestimmungen über Ruhezeiten für Fernfahrer angeprangert, wie der Polizeibeamte weiter mitteilte. Ob zwischen diesen beiden Sendungen und der an Frist ein Zusammenhang besteht, war zunächst unklar. Die Büros des Senats blieben am Mittwoch weiter geschlossen.

Erinnerungen an die Milzbrand-Anschläge

Der Fund hatte Erinnerungen an die Milzbrand-Anschläge in den USA vor über zwei Jahren. Geweckt. Das am Montag gefundene Pulver habe sich aber offenbar nicht weiter verbreitet und es habe auch niemand Anzeichen einer Erkrankung gezeigt. Die Polizei kündigte eine umfassende Untersuchung an. Regierungskreise gingen von einer Straftat aus, die aber nicht die Handschrift internationaler Terroristen trage. Für zusätzliche Aufregung sorgte der Fund eines verdächtigen Pulvers in einem Postgebäude der Stadt Wallingford im US-Bundesstaat Connecticut, wo bereits 2001 Milzbrand-Spuren entdeckt worden waren.

Der Büro von Frist sei versiegelt und alles, was darin gewesen sei, gesichert worden, sagte der für das Parlament in Washington zuständige Polizeichef, Terrance Gainer. Drei Senatsgebäude seien vorübergehend geschlossen worden. Die Gebäude würden mehrere Tage geschlossen bleiben, da ungeöffnete Post untersucht werde. Die Polizei machte keine Angaben zur Menge des gefundenen Pulvers und in welcher Konzentration es Ricin enthielt. Es war zunächst auch unklar, wie das Pulver in den Raum gelangt war.

Gegen Rizin gibt es kein Gegenmittel

Gegen Ricin - ein äußerst giftiges Protein aus dem Samen der Rizinuspflanze - gibt es kein Gegenmittel. Ist ein Mensch einer beträchtlichen Menge ausgesetzt, tritt der Tod Experten zufolge innerhalb von 36 bis 72 Stunden ein.

Im Jahr 2001 waren Briefe mit Milzbrand-Spuren an Washingtoner Büros zweier Senatoren sowie an Medien-Büros in New York und Florida verschickt worden. Dabei starben fünf Menschen, darunter zwei Postbeschäftigte. Bislang wurde kein Schuldiger gefunden.

In den USA herrscht wegen des von Präsident George W. Bush ausgerufenen Kriegs gegen den Terrorismus eine hohe Wachsamkeit gegenüber möglichen Anschlägen von Extremisten. Am Wochenende hatten verschiedene Fluggesellschaften wegen Sicherheitsbedenken Flüge in die USA abgesagt.


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