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70 Jahre Luftbrücke: "Richtig angepisst": Historische Rosinenbomber durften nicht in Berlin landen

Zum 70-jährigen Jubiläum der Berliner Luftbrücke wollten einige amerikanische Piloten erneut in der deutschen Hauptstadt landen. Der Plan scheiterte an Formalien, die Enttäuschung ist groß.

Rosinenbomber

Eine Runde über Berlin, mehr war für die amerikanischen Rosinenbomber 70 Jahre nach der Luftbrücke nicht drin

DPA

Rund 20 sogenannte Rosinenbomber sind am Sonntag über Berlin geflogen. Die Oldtimer-Flugzeuge kreuzten das Tempelhofer Feld und waren für Zuschauer und Kameraobjektive gut sichtbar. Mit der Aktion sollte an die legendäre Luftbrücke vor 70 Jahren erinnert werden. Während der sowjetischen Berlin-Blockade vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 hatten die Westalliierten per Flugzeug Hilfsgüter in den von der Außenwelt abgeriegelte Westteil der Stadt gebracht – daher der liebevolle Begriff "Rosinenbomber". Mit fast 280.000 Flügen versorgten Amerikaner, Briten und Franzosen mehr als zwei Millionen Einwohner mit fast zwei Millionen Tonnen lebenswichtiger Fracht wie Lebensmitteln und Kohle.

Doch rund um die Jubiläumsaktion gab es einigen Ärger. Ursprünglich nämlich sollten die Flugzeuge wieder über der deutschen Hauptstadt Süßigkeiten abwerfen, so wie vor 70 Jahren. Doch das wurde vom Berliner Senat laut eines Berichts der "Bild" verboten. Auch durften die Flieger nicht in Berlin landen.

Rosinenbomber in Berlin: "Wir werden nie wiederkommen"

Wie ein Sprecher des Regierenden Bürgermeisters der "Bild" sagte, hätten die Organisatoren vom "Förderverein Luftbrücke Berlin 70" die nötigen Unterlagen nicht "vollständig und korrekt" eingereicht. Einige Piloten, die damals an der Berliner Luftbrücke beteiligt waren und die Stadt mit Lebensmitteln versorgt hatten, waren eigens wieder nach Deutschland geflogen und wollten ursprünglich auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof landen.

Die Enttäuschung darüber, dass das nicht möglich war, ist groß. "Ich bin sehr verärgert über die Entscheidung. Richtig angepisst. Hätten die Politiker es gewollt, wir hätten die Genehmigung innerhalb von Minuten gehabt. Wir werden nie wiederkommen. Auch nicht zum 75. Jahrestag", sagte Captain Sherman Smoot, der 1948 einen Rosinenbomber des Modells Douglas DC-3 geflogen hatte, der "Bild".

So war lediglich ein Überflug möglich. Die Flugzeuge waren in Faßberg in Niedersachsen gestartet. Von dort aus wurden während der Berlin-Blockade rund 70 Prozent der Kohletransporte nach Berlin geflogen. Die Alliierten hatten sich zur Luftbrücke entschlossen, nachdem die Sowjets die Autobahnen in die Westsektoren Berlins am 24. Juni 1948 sperrten. Sämtliche Straßen, Eisenbahnlinien und Wasserwege nach West-Berlin wurden gekappt.

Quellen: "Bild" / DPA

epp / mit dpa