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Altkanzler Schmidt "Zu viele Staaten in der Währungsunion"


Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt hat den Euro verteidigt. Gleichzeitig kritisierte er, es seien zu viele Länder in die Währungsunion aufgenommen worden.

Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hat die Idee des Euro als gemeinsame Währung verteidigt. "Bis jetzt hat die Idee einer gemeinsamen Währung meine volle Unterstützung", sagte er dem "Handelsblatt" von Dienstag. Hätte Deutschland den Euro nicht eingeführt, hätte es sich nach Ansicht Schmidts ebenfalls leicht im Visier von Finanzmarkt-Spekulationen wiederfinden können. In diesem Fall "hätte es in den vergangenen 20 Jahren mindestens ein- oder zweimal eine Spekulation gegen die D-Mark gegeben", sagte Schmidt. "Und deren Größenordnung hätte das alles überstiegen, was wir mit Griechenland oder Irland erlebt haben."

Der frühere Bundeskanzler übte aber zugleich Kritik am Umgang der europäischen Staaten mit dem Euro. Die europäischen Führungen hätten es nicht verstanden, "die richtigen Regeln zu setzen". "Der sogenannte Stabilitäts- und Wachstumspakt hat keinen Gesetzescharakter, sondern ist lediglich eine Vereinbarung zwischen Regierungen", kritisierte Schmidt. Notwendig seien "striktere Regeln für das wirtschaftliche Verhalten" der Euro-Staaten. Zudem hätten diese "den großen Fehler begangen", zu viele Staaten in die Währungsunion aufzunehmen.

Helmut Schmidt gilt als einer der frühen Wegbereiter des Euro. Der Altkanzler hatte sich in den 70er Jahren zusammen mit dem damaligen französischen Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing für eine einheitliche Währung eingesetzt. Unter Ägide wurden der sogenannte Ecu geschaffen, der Vorläufer des Euro.

AFP/DPA DPA

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