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Bekenntnis von Kanzlerin Merkel: "Der Islam ist ein Teil von Deutschland"

Klare Worte von der Kanzlerin. In einer Telefonkonferenz hat Angela Merkel die CDU-Mitglieder zu Toleranz gegenüber Muslimen aufgerufen - gerade auch angesichts der Gewalt rund um das Mohammed-Video.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich ausdrücklich dazu bekannt, dass der Islam ein Teil Deutschlands ist. Die CDU-Chefin warnte am Mittwochabend zudem davor, den Islamismus mit dem Islam in Deutschland zu verwechseln. In der ersten CDU-Telefonschaltkonferenz mit rund 7000 Partei-Funktionären warb Merkel stattdessen für mehr Toleranz mit den mehr als drei Millionen Muslimen in der Bundesrepublik. "Wir sollten da ganz offen sein und sagen: Ja, das ist ein Teil von uns", forderte sie auf die kritische Frage eines CDU-Mitglieds in der ersten "Tele-Townhall", die die Partei veranstaltete.

Mit Blick auf die gewalttätigen Proteste in mehreren islamischen Ländern gegen Mohammed-Schmähungen und -Karikaturen forderte Merkel, stärker zu differenzieren. "Wir müssen unheimlich aufpassen, dass wir nicht alle über einen Kamm scheren", mahnte sie. "Die Islamisten sind nicht der Islam in Deutschland." Gewalt sei überall abzulehnen und wer sich hierzulande nicht an die Gesetze halte, müsse mit Strafverfolgung rechnen. "Aber die Mehrheit der Muslime gerade in Deutschland hat sich von solchen Aktionen absolut distanziert. Je mehr wir denjenigen, die zu uns gekommen sind mit einem anderen Glauben auch sagen, 'Ihr seid uns willkommen', umso besser ist das", forderte die CDU-Vorsitzende.

Tunesien-Reise verschoben wegen Mohammed-Protesten

Die für Anfang Oktober geplante Tunesien-Reise der Kanzlerin findet allerdings vorerst nicht statt. Der Besuch sei "in gegenseitigem Einvernehmen mit der tunesischen Regierung verschoben worden", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwochabend in Berlin mit. Nähere Gründe wurden nicht genannt. Als Hintergrund gelten aber die Unruhen in vielen islamischen Ländern wegen der Mohammed-Karikaturen und -Schmähungen. Die Bundesregierung will den Film aus Gründen der Meinungsfreiheit in Deutschland nicht verbieten lassen. Merkel hatte sich aber für öffentliche Aufführungsverbote ausgesprochen, nachdem eine rechte, islamkritische Gruppierung angekündigt hatte, den Film zeigen zu wollen.

kng/Reuters / Reuters