VG-Wort Pixel

Besetztes Haus in Berlin-Friedrichshain geräumt "Liebig 14" kämpft um ihr Fortbestehen


Wie befürchtet hat die umstrittene Räumung der Liebigstraße 14 im Berliner Stadtteil Friedrichshain zu gewalttätigen Protesten geführt. Polizeikräfte waren am Morgen in das besetzte Haus eingedrungen. Ein Behördensprecher sagte, die Beamten seien auf massive Barrikaden gestoßen.

Die umstrittene Räumung eines der letzten besetzten Häuser in Berlin hat am Mittwochmorgen zu gewalttätigen Protesten geführt. Am Rande des weiträumig abgesperrten Viertels rund um die Liebigstraße 14 im Stadtteil Friedrichshain schleuderten vermummte linksradikale Demonstranten Flaschen und andere Wurfgeschosse auf Polizisten. Augenzeugen berichteten von Verletzten. Auch Wasserwerfer der Polizei und ein Räumpanzer waren zu sehen.

Laut Polizei versammelten sich in der Nähe des seit Jahren besetzten Hauses rund 300 Demonstranten. Die Protestierenden wurden nach Beobachtungen von Augenzeugen eingekesselt. In ganz Berlin sind bis zu 2500 Polizisten im Einsatz, weil befürchtet wird, dass sich die Proteste der linken Szene ausweiten.

Polizeikräfte waren am Morgen in das besetzte Haus eingedrungen. Ein Behördensprecher sagte, die Beamten seien auf massive Barrikaden gestoßen. Mehrere Hundertschaften der Polizei sind vor Ort.

Die Besetzer waren am Dienstag mit dem Versuch gescheitert, die Räumung in letzter Minute per Gerichtsentscheid zu verhindern. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte die Besetzer zu einem friedlichen Rückzug aufgefordert. Die Polizei wolle keine Eskalation.

Das Haus im Ostteil Berlins war 1990 besetzt worden. Die Bewohner erhielten später Mietverträge. Ihnen wurde aber gekündigt, als zwei Privatleute das Haus Ende der 90er Jahre kauften. Daraufhin hatte die Wohngemeinschaft einen Räumungsbescheid mit Frist für den 2. Februar erhalten.

Für politischen Zündstoff in Berlin hatte 1990 die Räumung von besetzten Häusern in der Mainzer Straße nach einer mehrtägigen Straßenschlacht gesorgt. Der rot-grüne Senat stürzte über die Gewalteskalation. Derzeit sollen noch etwa 20 Häuser besetzt sein. Der rot-rote Senat hatte in den letzten Tagen betont, an einer friedlichen Lösung in der Liebigstraße interessiert zu sein.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker