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Bildungsförderung: Immer mehr Schüler und Studenten bekommen Bafög

Um auch finanziell Schwächeren den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, gibt es seit 1971 Bafög. 2012 haben knapp eine Million Schüler und Studierende die Unterstützung in Anspruch genommen.

Der Staat unterstützt junge Menschen, die sich Schule oder Studium nicht oder nur sehr schwer leisten können. Nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz Bafög, können sie finanzielle Hilfe beantragen. Knapp eine Million Schüler und Studierende erhalten in Deutschland diese Unterstützung. Im Jahr 2012 waren es 17.000 Menschen (1,7 Prozent) mehr als 2011, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte.

Die Zuerkennung und Höhe der Förderung hängt einerseits vom Einkommen der Eltern und andererseits von der Ausbildungsstätte und der Wohnsituation ab. Im Durchschnitt erhielten Schüler monatlich 401 Euro (16 Euro mehr) und geförderte Studierende 448 Euro (4 Euro weniger). Knapp die Hälfte der Bafög-Empfänger erhielt vergangenes Jahr den maximalen Förderbetrag, die sogenannte Vollförderung. Daneben existiert das Modell der Teilförderung, bei dem die Eltern teilweise für Ausbildungsunterhalt bezahlen müssen. Etwa jeder vierte Geförderte wohnte noch bei den Eltern.

Bund und Länder gaben für das Bafög im vergangenen Jahr insgesamt knapp 3,3 Milliarden Euro aus. Der Bund trägt 65 Prozent der Kosten, die Länder übernehmen 35 Prozent. Studierende erhalten die Leistungen je zur Hälfte als zinsloses Darlehen und als Zuschuss des Staates. Schüler bekommen die Förderung als Vollzuschuss, müssen sie also nicht zurückzahlen. Das Bafög wurde 1971 eingeführt.

Veränderte Lebensmodelle - verändertes Bafög

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte, die Bundesregierung spreche mit den Ländern über die strukturelle Weiterentwicklung des Bafög. Die Förderung durch das Bafög, das 1971 eingeführt wurde, müsse flexibler werden. "Die einen steigen später ein, andere setzen mal aus, bekommen Kinder, studieren Teilzeit. Darauf müssen Bund und Länder bei der nächsten Bafög-Novelle achten."

Neben neuen Lebensmodellen muss das Gesetz auch auf geänderte Studienrealitäten Rücksicht nehmen. Bislang kann etwa eine Ausbildung im EU-Ausland unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden. Der Europäische Gerichtshof hat jetzt allerdings die Regelung beanstandet, dass die Finanzhilfe nur dann für die gesamte Dauer eines Auslandstudiums gezahlt wird, wenn der Studierende unmittelbar zuvor drei Jahre ständig in Deutschland gewohnt hat.

juho/DPA / DPA
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