Die schöne Landrätin Pauli will CSU-Vorsitzende werden


Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli will für den CSU-Vorsitz kandidieren. Die CSU benötige neue Akzente, sagte Pauli. Sie hatte mit ihrer Kritik an Bayerns Ministerpräsident Stoiber eine Führungskrise in der Partei ausgelöst.

Die Fürther Landrätin Gabriele Pauli will CSU-Chefin werden. Sie werde auf dem CSU-Parteitag im September für die Nachfolge von Edmund Stoiber kandidieren, sagte ihr Sprecher Roland Beck. Pauli habe ihre Bewerbung damit begründet, dass die CSU neue Akzente brauche. Die Wahl des Nachfolgers von Edmund Stoiber soll am 29. September auf einem CSU-Parteitag stattfinden. Stoiber gibt seine Ämter im Herbst ab.

Die 50-jährige Pauli hatte mit einer Anti-Stoiber-Kampagne und Bespitzelungsvorwürfen gegen die Staatskanzlei zu Stoibers Sturz im Januar beigetragen. Bisher hatten der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber und Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer ihre Kandidatur für den Parteivorsitz erklärt. Huber sagte: "Es steht jedem frei zu kandidieren." Seine eigene Bewerbung bleibe davon unberührt.

Der Landesvorsitzende der Jungen Union, Manfred Weber, sagte: "Mit ihrer Ankündigung bietet Frau Pauli den Medien leider endlich das lang ersehnte Sommerloch-Thema. Sie macht durch ihren Hang zur Selbstdarstellung sich und die CSU lächerlich." Weber erklärte, die einst angesehene CSU-Kommunalpolitikerin habe die Bodenhaftung verloren. "Ich bitte Frau Pauli, ihre Entscheidung zu überdenken, weil sie damit ihrem eigenen Ansehen noch weiter schadet." Paulis Sprecher kündigte für Freitag eine Pressekonferenz in ihrem Wohnort, dem fränkischen Zirndorf, an.

Ministerpräsident Stoibers ehemaliger Büroleiter Michael Höhenberger wurde unterdessen vom Verdacht der Bespitzelung Paulis freigesprochen. "Der Vorwurf, der im Raum stand, hat sich nicht bestätigt", sagte Oberlandesanwältin Andrea Degl in München der Nachrichtenagentur AP. Höhenberger habe kein Dienstvergehen begangen, das Verfahren sei eingestellt worden.

Höhenberger hatte einen Parteifreund nach Erklärungen für die Anti-Stoiber-Kampagne der Fürther CSU-Politikerin Pauli befragt. Dabei soll er auch nach Männerbekanntschaften und Alkoholproblemen gefragt haben. Die SPD erklärte den Regierungschef daraufhin zum "Stasi-Stoiber". An Weihnachten 2006 warf Höhenberger das Handtuch und beantragte ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst. Die Landesanwaltschaft befragte Zeugen und kam nun zu dem Ergebnis, der Beamte habe "die Achtungs- und Vertrauenswürdigkeit in Bezug auf seine dienstliche Tätigkeit" nicht verletzt.


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