Elite-Diskussion Deutsche Unis besser als amerikanische


Hochschulexperte: Deutsche Unis besser als amerikanische

Hamburg - Gegen Elite-Universitäten in Deutschland hat sich der Hochschulexperte Detlef Müller-Böling ausgesprochen. In einem Interview mit dem stern sagte der Leiter des CHE, Centrum für Hochschulentwicklung, die Situation an den Hochschulen könne nur durch mehr Wettbewerb untereinander verbessert werden. Die Hochschulen müssten sich ihre Studenten selbst aussuchen können. "Elite gibt es nur, wenn man nach einer Überprüfung anderen klar sagen kann: Du gehörst nicht zur Elite." Andererseits sei es für die Hochschulen wichtig, dass die besten Studenten überhaupt zu ihnen kämen. "Hier besteht eine ganz neue Macht der Studierenden, wenn wir solche offenen Verhältnisse zulassen." Die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen gehöre deshalb abgeschafft: "Die ZVS muss weg."

Müller-Böling forderte im stern ferner, "eine andere heilige Kuh zu schlachten, nämlich die so genannte Kapazitätsverordnung". Sie schreibt vor, wie viele Studenten ein Professor betreuen muss. "Die Idee gleicher Betreuungsverhältnisse an jeder Uni widerspricht der Elite-Förderung total." Abschaffen solle die Bundesregierung auch das Verbot von Studiengebühren. Wenn die Hochschulen selbst die Höhe ihrer Gebühren festlegen könnten, müssten sie aber auch ein Instrumentarium der Sozialverträglichkeit einbauen. "Das können Darlehen sein oder Stipendien oder auch Dienstleistungen innerhalb der Hochschule." Kein Student solle wegen seiner finanziellen Möglichkeiten von einer Uni abgelehnt werden können.

Müller-Böling warnte davor, sich die USA "platt" als Vorbild zu nehmen. "Wir haben in Deutschland insgesamt ein höheres Leistungsniveau, wir sind also deutlich besser, als wir jammern."


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker