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Genetischer Fingerabdruck: DNA-Analyse wird ausgeweitet

Die schnelle Aufklärung des Mordfalls Moshammer hat Stimmen nach einer Ausweitung von DNA-Tests laut werden lassen. Rot-Grün soll sich jetzt auf eine Neuregelung geeinigt haben.

Die DNA-Analyse bei Straftätern wird nach einem Zeitungsbericht ausgeweitet. Laut Berliner "Tagesspiegel" haben sich die Experten der rot-grünen Koalition nach mehrwöchigen Verhandlungen auf eine Neuregelung des Gesetzes zum genetischen Fingerabdruck geeinigt.

Bisher konnte nur bei Sexualstraftätern und Verdächtigen bei Straftaten von "erheblicher Bedeutung" die Abgabe einer DNA-Probe erzwungen werden. Zukünftig soll dies auch bei weniger schweren Straftaten möglich sein und somit eine umfassende Datenbank erstellt werden können.

Richter soll letztes Wort haben

Theoretisch greift die neue Regelung, die Rot-Grün jetzt in einen Gesetzentwurf gießen wird, auch für Ladendiebe und Täter in anderen Bagatellsachen. Allerdings haben die Grünen in den Verhandlungen Einschränkungen durchgesetzt. Wie der "Tagesspiegel" aus der Koalitionsvereinbarung berichtet, soll in jedem Fall ein Richter entscheiden, wie die Taten und wie damit der Täter zu bewerten sind. Der Richter müsse davon ausgehen, dass der Täter auch künftig "erhebliche" Straftaten begehen wird.

Fall Moshammer gab Befürwortern Recht

Zuletzt hat der schnelle Erfolg bei der Aufklärung des Mordes an Rudolph Moshammer den Befürwortern der DNA-Analyse Auftrieb gegeben. Im Mordfall Moshammer war es aber nur Zufall, dass eine DNA-Probe des geständigen Täters in der BKA-Datenbank vorlag.

DPA / Reuters / Mai / DPA / Reuters
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