Gesundheitsreform Pläne reißen Loch in Rentenkasse


Die große Koalition will die Beiträge für die Krankenversicherung um einen halben Prozentpunkt erhöhen. stern.de-Recherchen haben ergeben, dass der Schritt erhebliche Auswirkungen auf die Rentenkasse haben wird.
Von Lorenz Wolf-Doettinchem

Am Montag haben die Koalitionsspitzen ihre Pläne für eine Gesundheitsreform vorgelegt. Erst nach und nach wird deutlich, welche Konsequenzen sich aus dem Vorhaben ergeben. So werden die Beschlüsse der großen Koalition nach Recherchen von stern.de ein neues Loch in die Rentenkasse reißen. Die für 2007 geplanten Steigerungen der Krankenkassenbeiträge um 0,5 Prozentpunkte werden die Rentenversicherung 500 Millionen Euro im Jahr kosten. Das haben Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung ergeben.

Für pflichtversicherte Rentner zahlt die Rentenkasse faktisch den Arbeitgeberanteil, freiwillig Versicherte bekommen einen Beitragszuschuss in Höhe des halben durchschnittlichen Kassenbeitrages. Die Ausgaben für die Krankenversicherung der Rentner betrugen im vergangenen Jahr 14,3 Milliarden Euro.

Zusätzliche Ausgaben verschärfen Finanznot der Kassen

Das neue Loch verschärft vor allem die Finanznot der Rentenkasse im Jahr 2008. Für 2007 hat die große Koalition schon eine Beitragserhöhung um 0,4 Prozentpunkte auf 19,9 Prozent beschlossen. Für das Jahr 2008 hatte der Schätzerkreis im Mai vor einer drohenden Beitragserhöhung auf bis zu 20,2 Prozentpunkte gewarnt. Als Alternative dazu sind in der großen Koalition höhere Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt vorgesehen. Da Finanzminister Peer Steinbrück im Jahr 2008 bereits 1,5 Milliarden Euro Zuschüsse für die die Finanzierung der Krankenversicherung der Kinder aufbringen muss, würden sich aber die Probleme für den Bundeshaushalt weiter verstärken.


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