Kindesmissbrauch Kevin bei Vergewaltigung gezeugt?


Kevin wurde zweieinhalb Jahre alt, die Polizei fand ihn tot in einem Kühlschrank. Der drogenabhängige Bernd K., der sich um den Jungen kümmern sollte, war jedoch nicht sein Vater. Das Kind entstammt, wie stern.de erfuhr, vermutlich einer Vergewaltigung.
Von Kerstin Schneider

Bernd K., der unter Verdacht steht, den zweieinhalbjährigen Kevin aus Bremen getötet zu haben, ist nicht sein leiblicher Vater. Das geht aus einem Bericht von Bremens Justizstaatsrat Ulrich Mäurer hervor, der heute veröffentlicht wurde. "Eine wirksame Anerkennung der Vaterschaft liegt nicht vor", heißt es in dem 57-seitigen Bericht der Justizbehörde. "Eine Klage auf Feststellung der Vaterschaft hat der Amtsvormund nicht erhoben. Eine im Zuge der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft erstellte DNA-Analyse hat allerdings ergeben, dass Herr K. nicht der Vater des Kindes sein kann."

Wie stern.de aus Justizkreisen erfuhr, hat der Arzt von Bernd K. in seiner Vernehmung den Verdacht geäußert, dass Kevin aus einer Vergewaltigung stamme. Angeblich soll Kevins Mutter Sandra K. vergewaltigt worden sein, erzählte der Arzt der Polizei. Die Mutter des Kindes kam im November 2005 unter bisher nicht geklärten Umständen ums Leben. Nach dem Tod der Mutter kümmerte sich Bernd K. um den Jungen. Das Sorgerecht lag allerdings beim Jugendamt in Bremen.Das Kind wurde, wie berichtet, am 10. Oktober in der Wohnung von Bernd K., den alle für den Vater von Kevin hielten, tot in seinem Kühlschrank gefunden.

Ausschuss soll sich mit Tod befassen

Kevins Tod hätte dem Untersuchungsbericht zufolge verhindert werden können, wenn das Jugendamt den Vorgaben entsprechend gehandelt hätte. Die Behörde habe inhaltliche Vorgaben nicht hinreichend berücksichtigt, Gefährdungen falsch eingeschätzt und falsche Entscheidungen getroffen, heißt es in dem Bericht. Ab Donnerstag soll sich ein Untersuchungsausschuss mit dem Tod des Zweijährigen befassen.

Trotz zahlreicher Hinweise auf Misshandlungen hatten die Behörden das Kind nach einem Heimaufenthalt in die Obhut des Vaters gegeben und die Zustände im Haus wochenlang nicht kontrolliert. Als Konsequenz aus dem Behördenskandal war die Sozialsenatorin der Hansestadt zurückgetreten.

Fall löste bundesweite Diskussion aus

Der Tod Kevins und weitere andere Fälle von Kindestötung und Misshandlungen hatten eine Debatte ausgelöst, wie Kinder besser geschützt und wie Vernachlässigungen besser erkannt werden können. Nur wenige Tage nach dem Tod Kevins starb in Sachsen ein vierjähriger Junge, der offenbar über einen längeren Zeitraum geschlagen und vernachlässigt worden war.

mit Agenturmaterial

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