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Kurt Beck: Mixa mit kastriertem Kater verglichen

Walter Mixa hat in einem Interview noch einmal nachhaltig seinen Unmut an der Politik von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen unterstrichen. Dafür hagelt es nun derbe Kritik für den Augsburger Bischof. Und Kurt Beck hat mit einem Witz um Verständnis für Mixa werben wollen.

SPD-Chef Kurt Beck hat den Augsburger Bischof Walter Mixa indirekt mit einem kastrierten Kater verglichen. Bei einer Programmkonferenz der SPD reagierte Beck mit einem Witz auf die scharfe Kritik Mixas an den Plänen von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) für mehr Kinderbetreuung: Eine einsame Frau habe sich als Gesellschaft einen Kater gekauft, der aber jeden Abend unterwegs gewesen sei und sie alleine gelassen hätte. Auf Rat einer Freundin habe sie ihn daraufhin kastrieren lassen. Als sie später der Freundin klagte, der Kater sei weiterhin jeden Abend unterwegs, habe diese ungläubig gefragt: "Wieso denn, der kann doch gar nicht mehr?" Darauf habe die Frau gesagt: "Das nicht, aber er berät jetzt."

Beck erntete lautes Gelächter und großen Applaus der mehrere hundert Zuhörer. Er wolle mit der Geschichte von dem Kater um Verständnis für Mixa werben, sagte der Parteivorsitzende.

Mixa untermauert Kritik

Der Augsburger Bischof Walter Mixa hatte zuvor seine scharfe Kritik an Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) in der "Bild"-Zeitung bekräftigt. Er lehnte es ab, sich für seinen Vorwurf, die Ministerin degradiere Frauen zu "Gebärmaschinen", zu entschuldigen. Mixa sagte dem Blatt: "Meine Kritik richtet sich gegen eine Politik, die es einseitig fördert, dass junge Mütter ihre kleinen Kinder kurz nach der Geburt in staatliche Fremdbetreuung geben sollen, statt sich ganz und gar ihren Kindern in den ersten drei Lebensjahren zu widmen." Wer den Müttern diesbezüglich keine Wahlfreiheit zugestehe und dennoch politisch mehr Geburten fordere, der degradiere Mütter, drastisch gesprochen, zu "Gebärmaschinen". Mixa wörtlich: "Dabei bleibe ich!"

Rüttgers: "Frau von der Leyen hat völlig recht"

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Jürgen Rüttgers hat dem katholischen Bischof Walter Mixa wegen dessen Äußerungen zur Familienpolitik der Union mangelnden Realitätssinn vorgeworfen. Für ihn sei Deutschland so lange kein kinderfreundliches Land, so lange junge Frauen ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie versuchen, Familie und Beruf miteinander zu verbinden, sagte Rüttgers der Zeitung "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. In Deutschland gebe es objektiv keine Wahlfreiheit, weil Krippenplätze fehlten. "Frau von der Leyen hat völlig recht: Wir müssen die Kinderbetreuung für unter Dreijährige massiv ausbauen", sagte der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen über die Pläne der Bundesfamilienministerin.

Rüttgers wies auch Anschuldigungen von Parteikollegen zurück, die Politik der Familienministerin verwische das konservative Profil der Partei. Krippenplätze erleichterten die Entscheidung vieler Paare für Kinder, sagte er der Zeitung.

AP/Reuters/DPA / AP / DPA / Reuters