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#NetzfragtMerkel: "Ich habe mehr LeFloid erwartet"

Mathilde Melle ist 14 Jahre alt und seit zweieinhalb Jahren Fan von LeFloid. Sein Interview mit der Kanzlerin hat sie enttäuscht, und sie hat für den stern aufgeschrieben, warum.

LeFloid im Interview mit Bundeskanzlerin Angela Merkel

"Ich war sogar schon mal in einem Google-Hangout": Bundeskanzlerin Angela Merkel im Interview mit LeFloid

Am vergangenen Montag hat LeFloid angekündigt, dass er sich am Freitag mit Frau Merkel treffen und sie interviewen wird. Seine Zuschauer hat er dazu aufgefordert, Fragen zu stellen und diese mit dem #NetzFragtMerkel zu markieren. Ich war sehr gespannt und freute mich auf das Interview, überlegte mir auch selbst Fragen und las mir die der anderen auf Twitter durch. Einige waren sehr dumm, andere spannend.

Und dann kam das Video. Ich war aufgeregt.

Erwartet habe ich ein aufgewecktes Interview. Viele Fragen, Nachbohren, ein paar Witze vielleicht, auf jeden Fall kein Aufgeben, sondern mehr Druck, den Dialog, vor allem aber Antworten suchen. Diskutieren. Doch es war recht öde. Schnell habe ich das Interesse verloren und mich kleinen Nebenbeschäftigungen zugewandt, was nicht an der Länge lag - ich schaue längere Videos - sondern an der Art.

Vertreter der jüngeren Generation

Es war langweilig. Kein Nachbohren, kein wirklicher Dialog, nichts. Nur schnödes Gelaber. LeFloid ließ sich einfach abspeisen. Das hat mich ein wenig enttäuscht.

Die Themen waren gut, er hat Fragen gestellt, mit denen ich mich auch beschäftige. Aber es war alles so, nun ja, halt langweilig.

Für mich war LeFloid eigentlich immer ein wenig der Vertreter einer jüngeren Generation, die aufgeweckt ist, die sich nicht einfach abspeisen lässt, die Fragen stellt. Doch das war er diesmal nicht.

"Das war nicht deine Aufgabe"

Aber ich muss auch sagen, dass ich es ein wenig verstehe. Merkel ist es gewohnt, von professionellen Journalisten befragt zu werden. Das ist LeFloid nicht. Sie ist geübt im Interviews geben, er nicht im Interviewen.

Trotzdem habe ich mehr erwartet. Mehr LeFloid. Mehr Fragen. Mehr echte Statements. Vielleicht wollte er auch zeigen, dass er seriös sein kann, zurückhaltend. Wenn das stimmt, dann: Das war nicht deine Aufgabe, LeFloid! Natürlich ist Videosdrehen etwas anderes. Natürlich bist du vor deiner Kamera anders, aber verdammt! Genau so hätten wir dich gebraucht! Als "Sprecher" einer Generation, die keinen Bock hat auf Rumgelaber, sondern die den Dialog sucht, die Antworten will, eine echte Diskussion.

Du warst nervös, okay, verständlich, doch das rechtfertigt nicht das Wischi-Waschi, das du da abgeliefert hast. Merkel hat mit dir gespielt. Und das hättest du nicht mit dir machen lassen sollen. Du hättest zumindest ein wenig mehr Courage zeigen müssen! 


Mathilde Melle ist 14 Jahre alt, lebt in Berlin, geht aufs Gymnasium und schaut seit zweieinhalb bis drei Jahren regelmäßig LeFloids Nachrichtenvideos.

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