Metall-Industrie Die Zeichen stehen auf Streik


Die IG Metall will mit aller Macht die 35-Stunden-Woche im Osten Deutschlands durchsetzen. Die Folgen könnten dramatisch sein.

Der Vorstand der IG Metall hat die Urabstimmung über einen Streik in der ostdeutschen Metallindustrie beschlossen. Das teilte die Gewerkschaft am Mittwoch nach einer Vorstandssitzung in Berlin mit. Für einen Arbeitskampf zur Durchsetzung der 35- Stunden-Woche müssen 75 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder stimmen.

Verhandlungen gescheitert

Die Tarifkommissionen der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, Sachsen-Anhalt und der ostdeutschen Stahlindustrie hatten die Tarifverhandlungen am Dienstag für gescheitert erklärt und die Urabstimmung empfohlen. Die Arbeitgeber hatten wiederholt betont, dass eine Arbeitszeitverkürzung angesichts der Produktivität im Vergleich zu Westdeutschland Gift für den Standort sei. Die ostdeutschen Metaller arbeiten mit 38 Wochenstunden derzeit drei Stunden länger als ihre Kollegen im Westen.

An diesem Freitag will die Gewerkschaft für das Tarifgebiet Thüringen entscheiden. Die Tarifkommission Küste für Mecklenburg- Vorpommern kommt am 27. Mai zusammen. Insgesamt sind im Osten 310 000 Metaller beschäftigt. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass die Streiks Anfang Juni anlaufen könnten.


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