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Nach wie vor Proteste gegen Stuttgart 21 Abrissarbeiten des Stuttgarter Sackbahnhofs beginnen


Am Stuttgarter Hauptbahnhof haben die umstrittenen Abrissarbeiten an der Fassade des Nordflügels am Freitagmorgen begonnen. Ein Bagger entfernte zunächst das Vordach des Gebäudes. Die Arbeiten sind Teil des umstrittenen Milliardenbauprojekts Stuttgart 21.

Begleitet von Protesten haben Bagger am Stuttgarter Hauptbahnhof am Freitag mit dem Abriss des Nordflügels begonnen. Gegner des umstrittenen Bahnprojektes "Stuttgart 21" hatten sich bereits vor Eintreffen der Baufahrzeuge um kurz nach 07.00 Uhr vor dem Gelände versammelt. Vier Aktivisten wurden nach einer Blockade von Polizeibeamten weggetragen. Andere Gegner des Projekts lärmten mit Kunststoffrohren, die sie gegen den Bauzaun schlugen.

Nach Abschluss der Entkernung sollen die Mauern des Nordflügels Schritt für Schritt abgetragen werden, wie das Kommunikationsbüro des Bahnprojekts mitteilte. Das Gebäude werde stufenweise bis auf Niveau der Kellerdecke zurückgebaut. Der bisherige Kopfbahnhof soll schließlich in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgewandelt werden.

Für den Abend haben Projekt-Gegner eine Menschenkette mit Kerzen um den Stuttgarter Hauptbahnhof und den Mittleren Schlossgarten angekündigt. Erst am vergangenen Samstag hatten 12.000 Menschen in der Innenstadt an einem Protestmarsch gegen das Milliardenprojekt teilgenommen, das auch eine neue Bahntrasse nach Ulm sowie die Anbindung des Flughafens vorsieht.

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU) zeigte sich am Freitag in einem Interview des SWR weiterhin unbeeindruckt von den Protesten. Die Gegner sollten endlich einsehen, dass jetzt gebaut werde und sich an der Gestaltung des neuen Bahnhofsbereichs beteiligen. Eine Studie des Bundesumweltamtes, die den Verzicht auf das Projekt "Stuttgart 21" zur Diskussion gestellt hatte, bezeichnete Schuster als "nicht überraschend". Der Gutachter sei ein bekannter Kritiker des Bauvorhabens.

Seit mehreren Monaten war es immer wieder zu Protesten mit mehreren Tausenden Teilnehmern gekommen. Am 27. Juli hatte Bahnchef Rüdiger Grube bezüglich der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm eine Kostensteigerung um 865 Millionen auf 4,1 Milliarden Euro verkündet. Ein Eilantrag auf Unterlassung der Bauarbeiten am Hauptbahnhof hatte das Oberlandesgericht Stuttgart am Mittwoch abgelehnt. Die neue Bahnstrecke soll zusammen mit dem neu gestalteten Hauptbahnhof im Jahr 2019 in Betrieb gehen.

APN/DPA DPA

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