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Parteitag in Hamburg: Die Grünen entschuldigen sich für Pädophilie-Beschlüsse

Die Grünen haben sich für die Unterstützung von Pädophilen-Gruppen durch Teile der Partei in den 80er Jahren entschuldigt. Am Sonntag endet der Bundesparteitag mit einer Debatte zur Außenpolitik.

"Mehr Biss" fordern Die Grünen auf dem Bundesparteitag in Hamburg

"Mehr Biss" fordern Die Grünen auf dem Bundesparteitag in Hamburg

Auf ihrem Bundeskongress in Hamburg haben sich die Grünen wegen der Pädophilie-Beschlüsse der Partei aus den 80er Jahren um Entschuldigung gebeten. "Einvernehmliche Sexualität zwischen Erwachsenen und Kindern kann es nicht geben", heißt es in einem am Samstag mit großer Mehrheit angenommenen Antrag. "Wir bitten deshalb alle Opfer sexuellen Missbrauchs um Entschuldigung, die sich durch unsere Positionen und Debatten in den 1980er Jahren in ihrem Schmerz und ihrem Leid verhöhnt fühlen."

Die Grünen hatten in jenen Jahren wiederholt Straffreiheit für einvernehmlichen Sex zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert. Später kam es aber zum Bruch mit den pädophilen Aktivisten in ihren Reihen. Der Göttinger Politologe Franz Walter war mit der Aufarbeitung der Debatte beauftragt worden. Er hatte seinen Bericht vor einigen Tagen vorgelegt. Auch nach Abschluss des Forschungsprojekts müsse die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit der Partei fortgesetzt werden, heißt es in dem Antrag.

Massive Verbesserungen für Flüchtlinge

Darüber hinaus stärkte der Parteitag in einem Antrag zur Asyl- und Flüchtlingspolitik dem #link;http://www.stern.de/politik/gruenen-parteitag-zustimmung-fuer-kretschmann-2154752.html;grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann# aus Baden-Württemberg den Rücken. Dieser hatte im Bundesrat einem einem Asylkompromiss zugestimmt, der Serbien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina zu sicheren Herkunftsländern erklärt. Kretschmann begründete seine Zustimmung damit, dass im Gegenzug massive Verbesserungen für Flüchtlinge erreicht worden seien.

Mit einer Debatte zur Außen- und Sicherheitspolitik schließen die Grünen am Sonntag ihren Bundesparteitag ab. Dabei werden kontroverse Diskussionen über die deutsche Rolle in der Welt und über Militäreinsätze etwa im Irak erwartet. Den Delegierten liegen dazu gegensätzliche Anträge vor. Der Parteivorsitzende Cem Özdemir hatte zum Auftakt des dreitägigen Kongresses zu einer respektvollen Debatte aufgerufen.

ins/DPA/AFP / DPA