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Polnische Forderungen: Polnische Nationalkonservative fordern Milliarden Kriegsentschädigungen von Deutschland

Hamburg - Milliarden an Kriegsentschädigungen von den Deutschen fordert der Vorsitzende der national-konservativen Partei "Recht und Gerechtigkeit", Jaroslaw Kaczynski, in einem Interview des stern. Zwei Wochen nach einer entsprechenden einstimmigen Resolution des polnischen Parlaments sagte Kaczynski dem stern: "Das ist keine leere Drohung. Sollten wir an die Regierung kommen, ist die Resolution des Sejm für uns bindend."

Kaczynskis Zwillingsbruder Lech, Oberbürgermeister von Warschau, hält eine Entschädigung von 40 Milliarden Dollar allein für die polnische Hauptstadt für zu gering. "Warschau wurde zu 80 Prozent zerstört. Für 40 Milliarden kann man eine Stadt wie Warschau nicht wieder aufbauen."

Beide Politiker forderten im stern die jetzige Minderheitsregierung von Ministerpräsident Belka zum Rücktritt auf. "Die deutsch-polnischen Beziehungen der letzten 15 Jahre waren nie normal", sagte Jaroslaw Kaczynski. "Sie wurde auf polnischer Seite von Leuten geprägt, die sich vor lauter Versöhnung zu nützlichen Idioten haben machen lassen. Man hat die eigenen Interessen in den Hintergrund gestellt, um sich die Freundschaft Deutschlands zu sichern."

Der 55-jährige Parlamentarier hat gute Chancen, in der nächsten polnischen Regierung eine entscheidende Rolle zu spielen. Er glaubt, dass die Beziehungen beider Länder erst dann normal seien werden, "wenn Polen genauso reich ist wie Deutschland". Auf die Frage, was mit all dem Geld der Deutschen in Polen geschehen würde, fügte er hinzu: "Sie können sicher sein, dass wir es besser verwenden werden, als es mit all den vielen Milliarden geschah, die der ehemaligen DDR bis jetzt zugute gekommen sind."

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