Korruption
Der Visa-Skandal schadet Polens Regierung bisher kaum. Er versetzt aber die Bundesregierung in Sorge

PiS-Chef Kaczynski
Kurz vor den Wahlen erschüttert ein massiver Korruptionsskandal Polen. Auswirkungen auf den Erfolg der regierenden PiS-Partei unter Jarosław Kaczynski hat die Affäre wohl nicht
© Krzysztof Zatycki/ZUMA Press Wire / DPA

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Polnische Diplomaten und ihre Helfershelfer sollen über Jahre Arbeitsvisa im Ausland verkauft haben. Für die Opposition ist es die "größte Affäre des 21. Jahrhunderts". Doch die regierende PiS-Partei redet den Skandal wenige Woche vor der Wahl klein.

Mitten in den Feldern von Nord-Masowien, 100 Kilometer nordwestlich von Warschau, ragen Kräne in den wolkenlosen Himmel. Riesige Bagger planieren den Boden, Lastwagen karren Erde heran. Hier, am Rande des 200-Einwohner-Dorfs Stara Biała soll einer der größten Chemiekomplexe Europas entstehen, gebaut vom polnischen Staatskonzern Orlen, der der rechtskonservativen PiS-Regierung nahesteht. Im Frühjahr ließ das koreanisch-spanische Bau-Konsortium am Rande der Anlage eine Container-Stadt für 6000 Arbeiter errichten, die auf der Baustelle eingesetzt werden sollen. Sie wurden auf den Philippinen, in Indien und Bangladesch rekrutiert.

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