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Sexualtäter: "Er will der starke Liebhaber sein"

Der Wiesbadener Psychologe Rudolf Egg über Tat, Motivation und Gefährlichkeit von Marc Hoffmann.

Herr Egg, die Polizei in Bremerhaven prüft derzeit, ob der Mörder der kleinen Levke noch weitere Kinder vergewaltigt oder getötet hat. Würde das in das Bild passen, das Sie von dem Täter haben?

Es würde mich nicht wundern, wenn er in andere Fälle verstrickt ist. Dafür spricht, dass er über einen recht langen Zeitraum von zehn Jahren wiederholt sexuelle Angriffe auf junge Frauen, schließlich auf ein Kind verübt hat. Er hat eine hohe Tatmotivation.

Denken Sie, dass Marc Hoffmann die Opfer beobachtete, bevor er sich ihnen näherte?

Levke war ein Zufallsopfer. Er hat sie nicht ausgespäht. Aber in seinem Kopf hat er die spätere Tat schon Tage zuvor ausgestaltet. Dem Kind hat er erzählt, seine Mutter sei in einer lebensbedrohlichen Situation - das muss er sich schon vorher ausgedacht haben.

Was treibt einen Vater von zwei Kindern zu einer solch schrecklichen Tat?

Der Laie glaubt, der Sexualtäter habe einen überstarken Trieb und scheue deshalb auch nicht davor zurück, kleine Kinder zu missbrauchen. Das ist in den meisten Fällen falsch. Die sexuelle Entwicklung, der Trieb, ist bei Tätern wie Marc Hoffmann normal. Manchmal sogar unterdurchschnittlich.

Und dennoch vergeht er sich an einer Achtjährigen, tötet sie anschließend?

Bei diesem Täter ist die soziale Kompetenz gestört. Ihm fehlt die Fähigkeit, partnerschaftliche sexuelle Beziehungen zu Personen einzugehen, die seinem Alter entsprechen. Denen fühlt er sich unterlegen.

Gibt es Gründe für diese Störung?

Er wurde als Kind gehänselt, war zu dick, hatte nur einen Hoden. Dann war da noch die starke, dominante Mutter, die ihn dirigierte und drängte.

Und das hat solche Auswirkungen auf sein späteres Leben?

In einem solchen Menschen kann eine starke Fantasie reifen. Er stellt sich vor, selber einmal groß zu sein. Er will der starke Liebhaber sein, dem sich die Frauen zu Füßen werfen. Er will nicht Duckmäuser, Unterlegener sein, selber die Herrschaft übernehmen.

In der eigenen Altersgruppe gelingt ihm das nicht?

Nein. Die erträumte Dominanz gelingt ihm bei Kindern, bei Schwachen, bei geistig zurückgebliebenen Jugendlichen.

Wieso lockte Hoffmann seine Opfer immer ins Auto?

Ganz klar: Er fährt das Auto. Da hat er die Kontrolle. Wer neben ihm im Fahrzeug sitzt, den beherrscht er. Da kann er alles machen, was er sich in der Fantasie vorgestellt hat.

Der Täter hat eine zehnjährige Tochter. Ist zu befürchten, dass er sich auch an ihr vergangen hat?

Nein. Marc Hoffmann ist kein Pädophiler. Ihn treibt nicht die Neigung, sexuellen Kontakt mit Kindern zu haben. Täter wie Hoffmann lieben und schützen ihre Kinder oft, wollen sie von allen schmutzigen Dingen fernhalten.

Levkes Mörder hat zwischen den Angriffen auf Frauen immer wieder ein biederes Leben geführt.

Die Taten beging er wahrscheinlich in für ihn krisenhaften Situationen: Wenn es in der Ehe oder auf der Arbeit nicht klappte. Dann wächst die zweite Welt, die Fantasie, die lange unterdrückt war. Das Gefährliche: Sexuelle Fantasien bauen sich in wenigen Tagen auf. Die Umwelt bekommt davon nichts mit.

Interview: Gerd Elendt

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Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.