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Stiftung ins Leben gerufen: Klimaschule übt Kritik an der Politik

Die Betreiber des Klimahauses in Bremerhaven haben am Mittwoch offiziell die Deutsche Klimastiftung ins Leben gerufen. Zugleich übten sie Kritik an der Politik. Sie forderten Konsequenzen aus den dürftigen Ergebnissen des UN-Klimagipfels in Kopenhagen im Dezember und mehr Anstrengungen für ein Umdenken im Alltag.

Die Betreiber des Klimahauses in Bremerhaven haben am Mittwoch offiziell die Deutsche Klimastiftung ins Leben gerufen. Zugleich übten sie Kritik an der Politik. Sie forderten Konsequenzen aus den dürftigen Ergebnissen des UN-Klimagipfels in Kopenhagen im Dezember und mehr Anstrengungen für ein Umdenken im Alltag. "Da ist keiner dabei, der den Mut hat, den Kopf aus der Masse zu strecken und zu sagen, wir machen das", kritisierte der Initiator der Stiftung und Geschäftsführer der Klimahaus-Betriebsgesellschaft, Arne Dunker, an die Adresse der internationalen Politik. Die Stiftung mit einem Gründungsvermögen von 300 000 Euro will unter anderem Schulprojekte im In- und Ausland initiieren. Für den Abend war eine Gründungsfeier geplant.

"Es wird eine Wanderausstellung geben", sagte Dunker. Zunächst solle diese in Schulen in Norddeutschland mit interaktiven Exponaten anlaufen. Die Arbeit gehe nun richtig los mit der Entwicklung von Auslandsprojekten und der Suche nach weiterem Geld. Potenzielle Unterstützer gebe es bereits in der Wirtschaft. "Wir sind ganz am Anfang. Das ist heute gewissermaßen die Geburtsstunde." Ein künftiges Projekt solle sich mit dem Aufbau von Schulen in Niger befassen. Das Lehrsystem dort sei sehr französisch geprägt. Dort werde weiter französische Revolution gepaukt, jedoch nichts für das Leben in der Sahelzone gelernt.

"Kopenhagen war kein Unfall. So wird es weiter aussehen, bis wir ein gemeinsames Vokabular haben", sagte der US-Ökonom und Autor der Studie "Grenzen des Wachstums" (1972), Dennis Meadows, in Bremerhaven. Die Politik agiere in denselben Kategorien wie beim Wirtschaftswachstum. Solange man denke, der Wohlstand und die Weltbevölkerung würden weiter wachsen, gebe es keine Lösung. In der dänischen Hauptstadt seien "alte" Politiker auf "neue" Probleme gestoßen. Einrichtungen wie das Klimahaus oder die neue Stiftung könnten jedoch viel in den Köpfen der Menschen bewirken.

Für Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin bedeutet Kopenhagen das Scheitern der internationalen Klimapolitik. Solche Konferenzen müssten "entschlackt" werde. Wichtig seien auch kleinteilige Klimaschutzansätze von Einzelnen oder aus Kommunen. Die Menschen dürften nicht auf globale Lösungen hoffen und sagen, wenn China nichts mache, dann brauche man selbst auch nichts zu tun. Dunker sagte an die Adresse der Jugendlichen: "Verlassen sie sich nicht auf die Erwachsenen und Politiker von heute."

Die Ergebnisse von Kopenhagen blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Die geforderte deutliche Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes wurde mit Blick auf die Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad als erforderlich bezeichnet, ohne jedoch Schritte zu nennen. Das Dokument ist weder rechtlich noch politisch bindend. An dem Gipfel nahmen 193 Staaten teil.

DPA / DPA
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