HOME

Studie zum Zusammenhalt: Deutschland, einig Ego-Land

Die Menschen in Deutschland halten wesentlich weniger zueinander als in anderen Ländern. Der Knackpunkt: Hierzulande akzeptieren die Menschen unterschiedliche Lebensmodelle schlechter als anderswo.

Von Matthias Brügge

Der Zusammenhalt in der deutschen Gesellschaft ist weniger stark ausgeprägt als in vielen anderen Ländern. Lediglich einen Platz im Mittelfeld von 34 untersuchten Gesellschaften belegt Deutschland in einer von der Studie der Bertelsmann-Stiftung durchgeführten Studie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Bevölkerung. Das ist nur Rang 14. Besonders gut schneiden die skandinavischen und angelsächsischen Länder ab.

Dass Deutschland in der Studie nur im Mittelfeld liegt, führen die Forscher darauf zurück, dass die Menschen hierzulande unterschiedliche Lebensmodelle weniger akzeptieren als anderswo, teilte die Stiftung mit. Das gibt Anlass zur Sorge. Schließlich gilt die Akzeptanz von Vielfalt als gesellschaftlicher Kitt, der Menschen in einem Gemeinwesen zusammenschweißt. "Moderne Gesellschaften beruhen nicht auf Solidarität, die aus Ähnlichkeit erwächst, sondern auf Solidarität, die auf Verschiedenheit und gegenseitiger Abhängigkeit fußt", sagte Stephan Vopel von der Bertelsmann Stiftung. Auch würden sich die Deutschen weniger mit der eigenen Nation identifizieren als die Menschen in den Vergleichsstaaten. Deutschland landete insgesamt im oberen Mittelfeld.

Immer weniger Vertrauen in Banken

Die Forscher bescheinigen der Bundesrepublik immerhin einen Aufwärtstrend: Starke soziale Netzwerke verbinden die Deutschen, sie haben hohes Vertrauen in gesellschaftliche und politische Institutionen und empfinden die gesellschaftliche Situation als gerecht. Sie erklären die positive Entwicklung durch das relativ gute wirtschaftliche Abschneiden Deutschlands in den vergangenen Jahren - trotz der Finanzkrise. Wenig überraschen dürfte die Erkenntnis, dass die Menschen den Banken immer weniger vertrauen. Die häufig verbreitete Meinung, dass Einwanderung den Zusammenhalt bedroht, bestätigte sich jedoch nicht: Der Anteil von Migranten in einer Gesellschaft habe keinen negativen Einfluss auf den gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt.

Für die Untersuchung mit dem Titel "Radar gesellschaftlicher Zusammenhalt" wertete ein Forscherteam der Universität Bremen Daten aus den vergangenen 25 Jahren aus und fasste sie zu einem Index zusammen. Dabei griffen sie auf zahlreiche internationale Vergleichsstudien zurück. Das Team erforschte den gesellschaftlichen Zusammenhalt in den EU-Staaten sowie in Australien, Kanada, Neuseeland, Norwegen, der Schweiz, den USA und Israel. Die Studie untersucht gesellschaftliche Bereiche in ihrer Entwicklung – wozu Teilbereiche wie Vertrauen in Mitmenschen und Gerechtigkeitsempfinden gehören. In das Gesamtergebnis flossen die Ergebnisse aus neun Bereichen ein: Soziale Netze, Vertrauen in Mitmenschen, Akzeptanz von Diversität, Identifikation, Vertrauen in Institutionen, Gerechtigkeitsempfinden, Solidarität und Hilfsbereitschaft, Anerkennung sozialer Regeln sowie gesellschaftliche Teilhabe.

Zusammenhalt bedingt besseres Miteinander

Die Forscher erkennen bei Staaten mit einem guten gesellschaftlichen Zusammenhalt eine hohe Qualität des gemeinschaftlichen Miteinanders. Unter günstigen Umständen würden die Menschen besser belastbare soziale Beziehungen eingehen, sich mit anderen Personen ihres Landes stärker emotional verbunden fühlen und stärker aufs Gemeinwohl ausgerichtet sein. Als gute Rahmenbedingungen für einen starken Zusammenhalt nannten die Forscher höheren Wohlstand, größere Einkommensgleichheit und die Entwicklung zur Wissensgesellschaft. Zuwanderung und Globalisierung seien keine Hindernisse. Die Länder mit dem besten Zusammenhalt sind Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland. Als Schlusslichter kristallisierten sich Bulgarien, Griechenland und Rumänien heraus.

Mit DPA, AFP / AFP
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
  • Matthias Brügge

    Videoredakteur