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Thüringen: Althaus wird Nachfolger von Vogel

Thüringens Ministerpräsident Bernhard Vogel (CDU) will zurücktreten und den Generationswechsel an der Spitze des Landes einleiten. Zu seinem Nachfolger soll am 5. oder 6. Juni der CDU- Landeschef und Fraktionsvorsitzende Dieter Althaus gewählt werden.

Der thüringische Ministerpräsident Bernhard Vogel wird zurücktreten. Er werde bei der nächsten Landtagssitzung am 5. Juni sein Amt abgeben, kündigte der CDU-Politiker am Samstag auf dem Landesparteitag der Christdemokraten in Gera an. Vogel schlug den CDU-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Dieter Althaus als seinen Nachfolger vor. Der 44-Jährige gilt seit Jahren als politischer Ziehsohn des 70-jährigen Ministerpräsidenten. Bisher hatte Vogel mehrfach betont, dass er bis zum Wahltag im Jahr 2004 im Amt bleiben wolle.

Richtiger Zeitpunkt für Nachfolge

Vogel sagte, es gebe nur einen Grund, jetzt das Amt abzugeben: Vier Fünftel der Wahlperiode seien vorbei und das Land müsse rechtzeitig vor der Wahl erfahren, dass Althaus regieren könne. "Wir denken nicht nur an Vergangenheit und Gegenwart, wir denken vor allem an die Zukunft", sagte Vogel, der nach seiner Rede lang anhaltenden Applaus der Delegierten erhielt. Er würde gerne wieder antreten, und er fühle sich der Aufgabe auch noch gewachsen, sagte der 70-Jährige. In der CDU sei aber nun eine Mannschaft herangewachsen, die seine Nachfolge antreten könne.

Der CDU-Politiker sagte, bei der nächsten Landtagssitzung am 5. und 6. Juni werde er eine Bilanz ziehen und sagen, wie er sich die Zukunft des Landes vorstelle. Zu seinem designierten Nachfolger Althaus sagte der CDU-Politiker, er habe "wie kein anderer unter Beweis gestellt, dass er das Zeug dazu hat". Althaus kenne das Land wie kein anderer.

Seit 1992 Regierungschef in Thüringen

Vogel, der schon von 1976 bis 1988 Regierungschef in Rheinland-Pfalz war, bevor er 1992 in Thüringen das Spitzenamt antrat, ist der Ministerpräsident mit der längsten Amtszeit in der Geschichte der Bundesrepublik. Zugleich ist er der einzige, der in zwei Bundesländern regierte. Parteiintern ist er als möglicher Kandidat der Union für das Bundespräsidentenamt im Gespräch.

Althaus ist Lehrer für Mathematik und Physik und trat fünf Jahre vor der Wiedervereinigung in die CDU-Blockpartei der DDR ein. Von 1993 bis 2000 war er stellvertretender Landesvorsitzender der thüringischen CDU, am 4. November 2000 übernahm der "Kronprinz" das Spitzenamt von Bernhard Vogel. Von Februar 1992 bis Oktober 1999 war er Kultusminister des Freistaats. Danach übernahm er den Vorsitz der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag.