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Und jetzt ... Django Asül: Bad Banker in die Außenpolitik!

Bei der Hypo Real Estate sind völlig überraschend 55 Milliarden aufgetaucht. Gut so, findet stern.de-Kolumnist Django Asül – und fordert weitere Betätigungsmöglichkeiten für die Schrottbank.

Irgendwer hat sich bei der HRE-Schrotthalde verrechnet . Das an sich ist keine Sensationsmeldung. Denn wenn man bei der HRE rechnen könnte, hätte die Bank nicht ein paar hundert (oder tausend) Milliarden Miese aufgehäuft und sich den geschützten Titel Skandalbank redlich verdient. Warum da jetzt wegen 55 Milliarden so ein Wind gemacht wird, erschließt sich dem kundigen Beobachter nicht mal im Ansatz. Das sind Peanuts, würde Hilmar Kopper als sozial orientierter Bankfachmann wohl sagen. Zum Vergleich: Finanzminister Schäuble macht selbst in einem BIP-Rekordjahr locker 30 Milliarden Neuschulden. Und Frau Merkel hat jetzt schon das Vielfache davon den Griechen als kleine Aufmerksamkeit vermacht. Da muss man fairerweise das Konto schon im Dorf lassen, bevor man über die HRE richtet.

Wobei sich die HRE-Strategen strenggenommen ja nicht mal verrechnet, sondern lediglich plus und minus vertauscht haben. So was kann bei all dem Trubel auf den Finanzmärkten schon mal passieren. Außerdem ging es nicht um irgendetwas Werthaltiges, sondern um sogenannte Giftpapiere. Der Staat hat in Wahrheit also nicht 55 Milliarden mehr auf der sehr tiefliegenden hohen Kante, sondern einfach nur weniger Schrott als befürchtet.

Die Unschuldsfrage ist geklärt

Die HRE ging bei der ganzen Aktion auch nicht besserwisserisch-arrogant vor. Wie es sich gehört, hat sie sich alles von den Kontrolleuren im eigenen Hause und vom Finanzministerium absegnen lassen. Da hat es sich ein bisschen gerächt, dass im Ministerium so wenige Mülltrennungsexperten ansässig sind. Mit Finanzexperten kommt man bei der HRE natürlich nicht weiter. Das bestätigt jeder stellvertretende Schichtleiter eines kommunalen Recyclinghofes. Staatliche Kontrolleure haben so nebenbei auch erlaubt, dass diverse Finanzminister weit über 2000 Milliarden Schulden machen. Da verbieten sich Vorwürfe an sämtliche Stellen selbstredend. Die Frage nach den wahren Unschuldigen ist somit endgültig geklärt.

Viel zu kurz in der ganzen Diskussion kam bisher die Frage, ob solche kleinen Überraschungen mit einem Dutzend Nullen nicht öfter vorkommen sollten. Psychologisch ist der positive Effekt nicht von der Hand zu weisen, wenn aus einem satten Minus kurzfristig ein schönes Plus wird. Die EU praktiziert das in Form des EFSF sehr erfolgreich.

PR-technisch war das herausragend. Die Mehrheit der EU-Bürger glaubt, dieser EFSF hätte ein Guthaben von einer Billion Euro. Dass das eigentlich auch nur neue Schulden ehemals solventer Staaten sind, um damit alte Schulten von noch nie solventen Staaten zu begleichen, geht eigentlich völlig unter. Und schon reagierten die Märkte in höchstem Maße euphorisch, bis ein heilloser Realist die Sache klarstellte. Realismus ist aber bei HRE und Vater Staat fehl am Platz. Real hingegen ist der Verdacht, dass eventuell noch viel öfter minus statt plus gerechnet wurde. Im Moment mag niemand mehr garantieren, dass Griechenland Schulden hat.

Auf ein paar Nullen mehr kommt es nicht an

Kann es sein, dass den Griechen beim Euro-Gipfel in Wahrheit 100 Milliarden Guthaben statt Schulden erlassen wurden? Das würde das schnelle OK der Banken zum Verzicht erklären. Und auch die gute Stimmung in der deutschen Bevölkerung. Da kommt es auf ein paar Nullen mehr oder weniger nicht drauf an. Egal ob bei den Zahlen, unter Bankmanagern oder im Finanzministerium. Nullen muss man sich eben leisten können. Auch das gehört zur sozialen Marktwirtschaft. Darum wäre es unredlich, die Finanzmärkte an die kurze Leine nehmen zu wollen, weil die Leinenhalter in der Regel ziemlich beschränkt sind, wenn es darauf ankommt. Die Welt braucht nicht mehr Regulierung, sondern mehr HRE.

Eine Welt, in der ein synthetisches Minus ein wahres Plus ist, gibt Anlass zu Hoffnung. Wer weiß, vielleicht ist sogar die Erderwärmung real eine Erderkühlung? Vielleicht schafft es die Industrie nicht mal mehr, ein Mindestmaß an Kohlendioxid in die Atmosphäre zu jagen? Und die Meeresspiegel steigen an, weil es viel zu viel statt viel zu wenig Trinkwasser gibt? Auch wenn die Öffentlichkeit schlecht auf die HRE zu sprechen ist, so sollte dieses tolle Finanzinstitut sich nicht nur auf Hypothekengeschäfte konzentrieren, sondern sich nachhaltig und vielschichtig einsetzen für die Analyse der Ökologie und Ökonomie. Man ist fast geneigt zu sagen: Die HRE ist der wahre Club of Rome. Und sollten HRE-Analysten mal die Außenpolitik des Iran und von Israel untersuchen, wären Achmedinedschad und Lieberman sichere Kandidaten für den Friedensnobelpreis.

Django Asül live am 8.Nov Friedrichshafen, 9.Nov Bad Säckingen, 10.Nov Offenburg, 11.Nov Neunkirchen.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(