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Mehr als neun Millionen Menschen sind am Sonntag zur Neuwahl des bayrischen Landtags aufgerufen. Als erste Partei in der Geschichte der Bundesrepublik könnte die CSU eine Zweidrittelmehrheit im Parlament gewinnen. Nach Umfragen kann die seit Jahrzehnten allein den Freistaat regierende Partei mit mindestens 60 Prozent der Stimmen rechnen. Der erwartete klare Sieg würde nach Einschätzungen aus der CSU Stoibers Stellung in der Union nochmals stärken. Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat die Wähler auf Wahlkampfveranstaltungen aufgefordert, die Wahl genau ein Jahr nach seiner knapp gescheiterten Kanzlerkandidatur zu einem "Denkzettel für Berlin" machen. Offiziell hat die CSU das Wahlziel "50 Prozent plus x" ausgegeben.

Der SPD sagen die jüngsten Umfragen mit 20 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis der Nachkriegsgeschichte in Bayern voraus (1998: 28,7). Ein geringeres Interesse an der Briefwahl deutet auf eine niedrigere Wahlbeteiligung als vor fünf Jahren hin. Damals waren 69,8 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen gegangen

Opposition setzt auf Angst vor Übermacht

SPD und Grüne versuchten, im Wahlkampfendspurt mit Warnungen vor einer CSU-Übermacht mobil zu machen. SPD-Spitzenkandidat Franz Maget sagte am Donnerstag bei der Abschlussveranstaltung seiner Partei an die Adresse der CSU: "Die brauchen mal einen Dämpfer in ihrer Arroganz." Den Grünen wird mit acht Prozent ein deutliches Plus gegenüber ihren 5,7 Prozent von 1998 vorhergesagt. FDP (1998: 1,7) und Freie Wähler (1998: 3,7) haben den Umfragen zufolge erneut wenig Aussicht, in den Landtag zu kommen.

In der Bundesversammlung, die im Mai den neuen Bundespräsidenten wählt, sind durch die Bayernwahl kaum grundlegende Verschiebungen zu erwarten. Im Bundesrat wird es aller Voraussicht nach keine Veränderung geben. Insgesamt stehen in Bayern 14 Parteien oder Gruppierungen zur Wahl - sieben davon kandidieren landesweit. Neben CSU, SPD und Grünen sind das die FDP, die Freien Wähler, die konservative Umweltpartei ÖDP und die rechtsradikalen Republikaner.

DPA
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