George Smith Patton Stratege und Choleriker


Der spätere Westpoint-Absolvent George S. Patton hatte sich im Ersten Weltkrieg den Ruf eines begnadeten Panzeroffiziers erworben. Bei der Invasion der Normandie erhielt er den Befehl über die Ablenkungstruppe bei Calais.

Alles, was ich mir wünsche, ist ein gottverdammter Krieg", schrieb George S. Patton (1885-1945) in den 30er Jahren in sein Tagebuch. Der Sohn eines kalifornischen Farmers und spätere Westpoint-Absolvent hatte sich im Ersten Weltkrieg den Ruf eines begnadeten Panzeroffiziers erworben. Beim Kriegseintritt der USA 1941 war es angeblich seine größte Hoffnung, in Afrika gegen "Wüstenfuchs" Rommel anzutreten, doch dazu kam es nicht. Dafür setzte er im Juli 1943 als Befehlshaber der 7. US-Armee nach Sizilien über und begann eine von tiefem Hass geprägte Rivalität mit General Montgomery. So eroberte er Palermo, obwohl die Stadt im Befehlsgebiet des Briten lag.

Während er ein Feldlazarett inspizierte, ohrfeigte er einen unter Schock stehenden GI und beschimpfte ihn als Simulant und Drückeberger. In den USA löste das einen Skandal aus, doch Eisenhower wollte auf den genialen Heißsporn nicht verzichten. Bei der Invasion der Normandie erhielt Patton den Befehl über die Ablenkungstruppe, die scheinbar bei Calais landen sollte.

Einen Monat nach dem D-Day durfte er tatsächlich in die Normandie und stürmte in kurzer Zeit bis an den Niederrhein vor. Sein Ruhm jedoch hielt nicht lange an. Nachdem er auf einer Pressekonferenz erklärt hatte, er könne keinen Unterschied zwischen der Nazi-Partei und den Demokraten und Republikanern in den USA erkennen, wurde Patton kaltgestellt. Wenige Monate später starb er im Dezember nach einem Verkehrsunfall bei Mannheim.

Teja Fiedler print

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