Hans Günther von Kluge Ein Mann der Widersprüche


Generalfeldmarschall Hans Günther von Kluge hatte Hitlers Armee erfolgreich nach Polen geführt. Als die Wehrmacht in der Normandie auf verlorenem Posten stand, schickte der Führer ihn als Oberbefehlshaber an die Westfront.

"Der kluge Hans" hieß Hans Günther von Kluge bei den Bewunderern seiner militärischen Siege. Der 1882 in Posen geborene Spross einer preußischen Militärfamilie hatte Hitlers 4. Armee erfolgreich nach Polen geführt. Im Westfeldzug brachte er seine Truppen bis an den Ärmelkanal. Danach ernannte Hitler ihn zum Generalfeldmarschall und zum Befehlshaber einer Heeresgruppe an der Ostfront.

Ein steiler Aufstieg für den Preußen, der ihn zugleich in einen tiefen inneren Konflikt stürzte. Denn von Kluge war zwar ein treuer Offizier, aber kein glühender Nazi. Er verachtete Hitlers Umgang mit den Juden und sprach sich gegen die Verfolgungen aus. Er bewunderte Hitlers militärische Erfolge, befürchtete aber, dessen Größenwahn würde Deutschland ins Verderben führen. Die Verschwörer des 20. Juli, von denen einige zu von Kluges engstem Freundeskreis gehörten, hofften, ihn für ihre Sache zu gewinnen.

Doch von Kluge blieb zögerlich: Er kannte ihren Plan, Hitler zu ermorden, wollte aber erst handeln, wenn der Führer tot sei. Am 2. Juli 1944 - als die Wehrmacht in der Normandie schon auf verlorenem Posten stand - schickte Hitler ihn als Oberbefehlshaber an die Westfront. Anfang August widersetzte er sich ihm und ordnete eigenmächtig den Rückzug aus dem Kessel von Falaise an. Auf dem Rückweg nach Deutschland, wo ihm wahrscheinlich der Prozess gemacht worden wäre, vergiftete er sich am 19. August 1944 mit Zyankali.

Teja Fiedler print

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