VG-Wort Pixel

30 Jahre Wiedervereinigung Schwund und Boom: Wo die Bevölkerung seit der Wende geschrumpft ist – und wo sie zunahm

Wende
1990 feierten die Menschen an der Berliner Mauer die Wiedervereinigung. Im Anschluss startete eine große demografische Veränderung im neuen Deutschland
© 23Degrees / Picture Alliance
Vor 30 Jahren wurde Deutschland wiedervereinigt. In großen Teilen der ehemaligen DDR schrumpfte die Bevölkerung seither, es gibt aber auch Boom-Regionen. Und auch im Westen ist Schwund zu verzeichnen.

Deutschland vor 30 Jahren: In der alten Bundesrepublik leben 66 Millionen Einwohner. Durch den Beitritt der DDR kommen auf einen Schlag fünf Bundesländer und mehr als 16 Millionen Menschen dazu. Allen Deutschen stand plötzlich ein ganz neues Land offen. "Aufbruchstimmung und Verunsicherung bestimmten die Gefühlslage", konstatiert das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in einer Mitteilung mit Blick auf jene Zeit.

Die ersten Folgen waren ein Schlag für den Osten: Viele, laut BiB vor allem junge und gut ausgebildete Menschen, verließen ihre Heimat in Richtung Westen. Der Bevölkerungsschwund in einigen Regionen war dramatisch, die Geburtenraten brachen stark ein.  Profiteur: Der Westen: " Eine schon damals von Alterungsprozessen schwer gezeichnete Bevölkerung erlebte eine 'Verjüngung'", heißt es. Die jungen Zugezogenen aus dem Osten belebten sowohl die Wirtschaft, wie auch lokale Wohnungsmärkte. 

Karte: Veränderung der Bevölkerung seit der Wende

Doch seit 2017, so schreibt das BiB, ist eine Trendwende zu beobachten: "Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung sind mehr Menschen aus Westdeutschland in die ostdeutschen Flächenländer gezogen als umgekehrt". Die untenstehende Karte zeigt, wie sich die Bevölkerung in deutschen Landkreisen und Städten seit der Wende veränderte. 

Hinweise: Wird die Grafik auf Ihrem Mobilgerät nicht oder fehlerhaft dargestellt, klicken Sie bitte hier. Per Klick auf einen Kreis oder eine Stadt erhalten sie weitere Informationen. 

So wuchs die Bevölkerung in den Kreisen rund um Berlin unter dem Strich stark, ebenso in den sächsischen Metropolen Leipzig und Dresden. Schwund gab es dagegen im Westen zum Beispiel im Ruhrgebiet und im Saarland. 

Quelle:BiB

Im Video: Am 16. Oktober 1963 beendete Konrad Adenauer nach 14 Jahren seine Amtszeit als der erster Bundeskanzler Deutschlands. Sieben folgten und führten die Bundesrepublik als faktisch höchste Amtsträger durch Wirtschafts- und Flüchtlingskrisen – und die Wiedervereinigung.

rös

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker