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Badewasserqualität: Baden im Ausland - nein danke

Das Ergebnis des EU-Badegewässerberichts ist ernüchternd: Europas Binnengewässer werden immer schmutziger. Ganz anders sieht die Lage an Deutschlands Stränden und Seen aus.

Urlauber sollten beim Baden in Europas Binnengewässern vorsichtig sein. Das Wasser in jedem zehnten EU-weit untersuchten Seen oder Flüssen entspricht nicht den Qualitätsstandards der Europäischen Union. Dies geht aus dem aktuellen Badegewässerbericht hervor, den die EU-Kommission in Brüssel am Donnerstag veröffentlichte. Die Qualität des Wassers an den untersuchten Stränden Europas indes hat sich weiter verbessert. Für Deutschland fallen beide Testergebnisse positiv aus.

Sauberer Badespass daheim

So erfüllten von 390 untersuchten Stränden in der Bundesrepublik fast 99 Prozent die Mindestanforderungen der Wasserprüfer. Bei den 1.561 geprüften deutschen Seen und Flüssen waren es 95 Prozent. Am saubersten ist das Wasser an den griechischen Küsten, wo fast 100 Prozent der Testgebiete die Auflagen erfüllten. Die schlechtesten Werte fanden sich an Italiens Küsten mit einer Quote von 94,7 Prozent. Spanien kam auf fast 99 Prozent und Frankreich auf fast 96, Schweden erreichte gut 98 und Dänemark fast 97 Prozent.

Bedenklicher dagegen ist die Wasserqualität in Flüssen und Seen. Am schlechtesten schnitt hierbei Belgien ab, wo nur 73 Prozent die Mindestanforderungen der Prüfer erfüllten und lediglich 40 Prozent die Sollwerte. Auch in Italien ist die Wasserqualität der untersuchten Binnengewässer nicht zufriedenstellen. Zufrieden waren die Prüfer hier nur in rund 68 Prozent der Fälle. Sorgenfrei lässt es sich in britischen Binnengewässern baden, hier vergaben die Prüfer eine Quote von 100 Prozent. Das seenreiche Schweden kam auf gut 98 Prozent, Österreich erreichte eine Quote von fast 99 Prozent.

Slowakai weit abgeschlagen

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas zeigte sich grundsätzlich zufrieden mit den Testergebnissen. "Die Qualität des Wassers ist generell recht gut", sagte der griechische Kommissar. Besorgt äußerte er sich aber darüber, dass immer mehr Mitgliedstaaten dazu tendierten, verschmutzte Gewässer von der Untersuchungsliste zu streichen und dort ein unbefristetes Badeverbot zu verhängen. "Wenn ein Strand verschmutzt ist, dann muss das Baden natürlich verboten werden", sagte Dimas. "Aber das kann nur befristet sein." Die Mitgliedstaaten müssten darauf hinwirken, die Qualität des Wassers dort wieder zu verbessern.Von den zehn neuen Ländern reichten Zypern, Tschechien, Estland, Litauen, die Slowakei und Slowenien die erforderlichen Daten ein. Die Strände Zyperns erreichten zu 86 Prozent die Qualitätsanforderungen der EU, die Sloweniens sogar zu rund 90 Prozent. Am schlechtesten fiel das Ergebnis für Seen und Flüsse in der Slowakei aus, wo nur 22 Prozent die Qualitätsanforderungen erfüllten.

AP / AP

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