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Lebensgefährlicher Leichtsinn: Irrer Schwarzfahrer fuhr zwischen zwei Loks mit

Wahnsinn: In Sachsen-Anhalt wollte ein Passagier wohl unbedingt die Kosten einer Karte vermeiden, um jeden Preis. Er kletterte einfach außen auf den Zug - und fuhr auf einem Lokpuffer mit.

Harz Elbe Express Schwarzfahrer

Ein Zug des Harz-Elbe-Express (HEX). Der blinde Passagier versteckte sich auf dem Lokpuffer zwischen zwei Triebwagen.

So gefährlich kann Geiz sein: In Sachsen-Anhalt ist ein Passagier geschnappt worden, der es sich zwischen zwei Loks bequem gemacht hatte - außerhalb des Zuges. Der 20-Jährige saß auf dem so genannten Lokpuffer. Und war schon vorher beim Schwarzfahren erwischt worden.

Am Samstagabend wurde der junge Mann in Magdeburg wegen einer fehlenden Fahrkarte aus einer Bahn des Harz-Expresses (HEX) geworfen, wie die Bundespolizei am Sonntag mitteilte. Aus nicht bekannten Gründen wollte er auch keine Karte nachlösen - obwohl es diese Möglichkeit durchaus gegeben hätte. Ob es am Geldmangel oder schlicht am Geiz lag, ist nicht bekannt. Wohl aber, was danach passierte. 

Gefährlicher Spardrang

Der blinde Passagier stieg nämlich nach einigem Schimpfen und Fluchen durchaus aus dem Zug aus, kletterte dann aber einfach auf die Triebwagenkuppel, die zwei Loks miteinander verbindet und deshalb auch als Lokpuffer bezeichnet wird. Ein lebensgefährlicher Sitzplatz. Und ein ausgesprochen unbequemer dazu. Lange konnte er seine Fahrt aber nicht genießen.

Denn schon nur drei Haltestellen später war Schluss: Kurz vor der Ankunft im südlich von Magdeburg gelegenen Dodendorf bemerkte die Zugbegleiterin den blinden Passagier auf der Triebwagenkupplung - und rief die Bundespolizei.

Jetzt wird's teuer

Die Beamten standen bei der Ankunft in Dodendorf schon bereit und stellten den Schwarzfahrer. Der kam zwar ohne Verletzungen davon, trotzdem kann ihn die ganze Wahnsinnsaktion ihn nun teuer zu stehen kommen: Auf den zahlungsunwilligen Schwarzfahrer kommen Strafanzeigen wegen Betrug und der Störung öffentlicher Betriebe zu. Der Bahnbetrieb musste seinetwegen ganze 45 Minuten still gelegt werden, auch andere Züge hatten deswegen Verspätungen. Die Kosten dürften ihm nun in Rechnung gestellt werden. Und das ist ganz sicher teurer, als ein einziges Ticket zu lösen.

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Mit Material der AFP

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