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Streik des Flughafen-Sicherheitspersonals: In Düsseldorf und Köln/Bonn fallen über 300 Flüge aus

Sicherheitsbedienstete an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf haben am Freitagmorgen ihre Arbeit niedergelegt. Über 300 Flüge wurden bislang gestrichen.

Wartende Fluggäste: So voll könnte es auch in Hamburg und Stuttgart werden.

Wartende Fluggäste: So voll könnte es auch in Hamburg und Stuttgart werden.

Wegen eines erneuten Streiks des Sicherheitspersonals sind an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn am Freitag mehr als 300 Flüge ausgefallen. Am drittgrößten deutschen Flughafen Düsseldorf strichen die Fluggesellschaften nach Angaben des Airports 228 Flüge, davon 183 Starts und 45 Landungen. Am Flughafen Köln/Bonn wurden 55 Starts und 23 Landungen annulliert. Fluggäste mussten sich auf längere Wartezeiten einstellen. In Köln/Bonn waren nach Angaben des Flughafens am Morgen nur zwei Passagierkontrollstellen geöffnet.

Die Flughäfen empfahlen den Passagieren, sich vor ihrer Anreise bei den Fluggesellschaften, Reiseveranstaltern oder auf der Homepage der Airports über ihren Flugstatus zu informieren. Zudem sollten sie möglichst auf Handgepäck verzichten. Der Streik an den Fluggastkontrollstellen soll bis 24.00 Uhr dauern.

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Kontrolleure vor einer weiteren Verhandlungsrunde am Montag erneut zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Zusätzlich sollten sich auch Objektschützer, Revierfahrer, Personenschützer, Kontrollschaffner und Sicherheitskräfte des Landtags an den Arbeitsniederlegungen beteiligen.

Hoffnung auf Einigung bis zu den Osterferien

Der Tarifkonflikt in der nordrhein-westfälischen Sicherheitsbranche ist seit Wochen festgefahren, für den Flughafen der Landeshauptstadt hatte Verdi bereits zum siebten Mal seit Dezember zum Streik aufgerufen. Jedes Mal fielen Flüge aus, weil Sicherheitsschleusen für Passagiere, Gepäck und Fracht nicht besetzt werden konnten. Für Montag schließt die Gewerkschaft aber einen "Durchbruch" nicht aus. Verdi wolle noch vor den Osterferien einen neuen Tarifvertrag unterschreiben, so Verhandlungsleiterin Andrea Becker. Die Osterferien in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, beginnen am 25. März. In Hamburg hatten sich Verdi und die Arbeitgeber jüngst nach ähnlichen mehrfachen Streiks auf eine Tariferhöhung für rund 600 Mitarbeiter der Sicherheitskontrollen am dortigen Flughafen geeinigt.

Verdi will für die Mitarbeiter der Sicherheitswirtschaft in Nordrhein-Westfalen Lohnsteigerungen von 2,50 Euro bis 3,64 Euro je Stunde durchsetzen. In der untersten Lohngruppe liegt der Verdienst nach Angaben der Gewerkschaft aktuell bei 8,23 Euro. Der Verband der Sicherheitsfirmen BDSW nennt die Forderung "völlig überzogen".

jwi/DPA/AFP/Reuters / DPA / Reuters

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