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Verkehrsclub: Schlecht beraten bei der Bahn

Zu teuer, zu umständlich, zu lang - knapp jede dritte Reiseempfehlung der Bahn-Telefonauskunft lässt laut Verkehrsclub Deutschland (VCD) zu wünschen übrig.

Nur 70 Prozent der Anrufer erhielten das optimale Angebot, berichtete der Verband am Mittwoch in Berlin und berief sich auf die Auswertung von rund 300 anonymen Testanrufen. Das Personal verliere den Überblick über das komplexe Preissystem, sagte der VCD-Vorsitzende Michael Gehrmann. Die Bahncard werde viel zu selten empfohlen. Die Bahn verwies dagegen auf eigene Umfragen, in der sich die Kunden sehr zufrieden geäußert hätten. 80 Prozent vergaben demnach die Noten "gut" oder "sehr gut".

Rund 11.000 Kunden informieren sich bei der Bahn pro Tag telefonisch über Reiseverbindungen oder bestellen Fahrkarten. "Es wird viel zu oft eine viel zu teure Fahrkarte verkauft", sagte Gehrmann. Besonders Familien seien schlecht beraten. Je komplexer eine Anfrage, desto schlechter das Ergebnis. Auch Behinderte erhalten nach VCD-Angaben häufig schlechte Empfehlungen und müssten etwa zu häufig umsteigen. Die Bahn wies diese Kritik entschieden zurück.

Der Verkehrsclub bemängelte auch die Anrufkosten. Eine Auskunft schlage im Schnitt mit 2,55 Euro zu Buche - die Bahn geht von 1,60 Euro aus, wie ein Sprecher sagte. Nach einer Berechnung des VCD kann eine telefonisch bestellte Karte durch Aufschläge auf Spezialpreise sowie Versandkosten 10 bis 12 Euro teurer werden als am Automaten.

DPA

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