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Autos von der VCD-Umweltliste: Ökologisch korrekt, aber unbeliebt

Wie sparsam können Autos noch werden? Die Verkehrsclub VCD dringt auf schnellere Fortschritte als zuletzt. Doch den Empfehlungen des Clubs will kaum ein Autokäufer folgen.

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Für Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub VCD  stimmt da etwas grundsätzlich nicht: "Wenn 137 Pferde eine Kutsche ziehen, in der oft nur ein oder zwei Menschen sitzen, sieht man, dass etwas falsch läuft." Der verkehrspolitische Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) bezieht sich auf die Tatsache, dass die Motorleistung bei Neuwagen in Deutschland seit 2005 von durchschnittlich 124 auf 137 PS gestiegen ist. Die Autokäufer sollten sich Frage stellen, "ob es nicht auch eine Nummer kleiner tut". Und die Autoindustrie, ob sie nicht etwas an ihrem Angebot ändert. Der ökologisch orientierte VCD nutzt die jährlich von ihm erstellte Auto-Umweltliste, um sich für sparsame Autos einzusetzen und Druck auf die Hersteller auszuüben. Die Liste basiert im Wesentlichen auf den Angaben des offiziellen Verbrauchszyklus, der ist zwar streng genorm, gilt aber realitätsfern.

Ende der Einsparmöglichkeiten in Sicht

Der VCD mache es sich jedoch zu einfach, hält der Verband der Automobilindustrie (VDA) entgegen. Die bisherigen Erfolge bei der Reduzierung des Spritverbrauchs und der Abgase ließen sich "nicht einfach linear in die Zukunft fortschreiben", stellt VDA-Präsident Matthias Wissmann fest. "Wenn der Verbrennungsmotor noch effizienter werden soll, dann wird jedes Gramm CO2, das wir zusätzlich einsparen, immer teurer. Wir kommen an eine technische und wirtschaftliche Grenze." Ein "erheblicher Anteil" von Fahrzeugen mit reinem Elektroantrieb und in Kombination mit einem Verbrennungsmotor sei nötig, damit die Hersteller das Flottenziel für 2020 erreichen könnten.

Verband hält wenig vom E-Auto

Für den VCD spielt das Elektroauto mit Strom aus der Steckdose vorläufig kaum eine Rolle: "Die Vorteile für die Umwelt sind noch nicht besonders groß", sagt Lottsiepen. "Ein E-Auto muss 30.000 Kilometer mit  grünem Strom fahren, um die Umweltbelastung aus der Batterieproduktion hereinzuholen."

 

Die Behauptung, wonach mehr PS automatisch zu einem höheren Verbrauch führten, kontert VDA-Chef Wissmann ebenfalls. Die alte Gleichung "Mehr Leistung durch mehr Hubraum" sei längst überholt. So hätten die deutschen Konzernmarken ihren CO2-Durchschnittswert trotz gestiegener Leistung in den vergangenen zehn Jahren von 176 auf 130 Gramm gedrückt. Gelungen sei das über mehr Effizienz, etwa mit höherem Ladedruck bei geringerem Hubraum, Direkteinspritzung und weniger Reibungsverlust beim Antrieb.

Ein Auto müsse auch sexy sein

Der VCD sieht zumindest einen Teil der deutschen Autobauer auf einem falschen Weg. Noch verdienten sie mit den Autos aus dem Oberklasse-Segment in den USA und in China gutes Geld. Das werde aber gewiss nicht so bleiben, wenn Erdöl noch knapper und der Klimawandel stärker spürbar werde. Wissmann hält dagegen: Der Weltmarktanteil der deutschen Autoindustrie von knapp 80 Prozent im Oberklasse-Segment bestätige "diese intelligente Strategie: Die Menschen wollen keine rollende Verzichtserklärung. Ein Auto muss auch sexy sein."

Abgeschlagen bei den Verkäufen

Der Duisburger Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer kritisierte, die VCD-Liste habe nur wenig Nutzen für Autokäufer: "Man sucht immer nur nach dem kleinsten Verbrauch, unabhängig vom Kaufpreis oder dem Wertverlust." Die Kleinwagen ganz oben auf der Liste verkauften sich laut Zulassungsstatistik nur schlecht. Dafür gebe es einen Grund: Ihr Anschaffungspreis sei im Vergleich zu den Standardmodellen viel zu hoch. Und tatsächlich lesen sich die Verkaufszahlen des Gesamtsiegers im 2015er-Ranking nicht gerade berauschend: Der Lexus CT200 mit Hybridantrieb wurde bundesweit in den vergangenen 18 Monaten nur 373 Mal neu zugelassen und landet damit laut Dudenhöffer auf Platz 488 der in Deutschland verkauften Modelle. Der Zweitplatzierte Peugeot 208 sei mit 19.395 Neuzulassungen als Typ zwar deutlich beliebter, doch für die Diesel-Variante entscheidet sich nicht einmal jeder fünfte Käufer und nur jeder Achte bestellt die vom VCD ausgezeichnete Motorisierung. 

Das sind die Besten der VCD-Rangliste

1. Lexus CT 200h (8,08)

2. Peugeot 208 Active BlueHDi 100 (8,05)

3. Seat Mii 1.0 Ecofuel und Skoda Citigo Active 1.0 G-TEC und Volkswagen eco up (8,03)

4. Ford Fiesta 1.5 TDCi ECOnetic Trend (7,90)

5. Opel Corsa 1.3 CDTI ecoFlex (7,90)

6. Peugeot 308 Active Blue HDi 120 (7,90)

7. Suzuki Celerio 1.0 ECO+ (7,78)

8. Toyota Auris Hybrid (7,63)

9. Citroën C1 VTi 68 (7,58), Peugeot 108 Active e-VTi 68 (7,58), Toyota AYGO 1.0 VVT-i eco (7,58)

DPA/MID
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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