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Ferien in der Pandemie: Auch Kroatien macht ausländischen Touristen Hoffnung auf Sommerurlaub am Meer

Urlaub am Meer – viele europäische Länder wollen diesen Gedanken trotz Pandemie nicht aufgeben. Auch in Kroatien lotet man gerade aus, ob und wie Corona-Ferien aussehen könnten. 

Voller Strand in Moscenicka Draga an der kroatischen Adriaküste

Moscenicka Draga an der kroatischen Adriaküste: So wie auf diesem Bild aus dem vergangenen Sommer soll es dieses Jahr aber nicht aussehen, sagt der Oberste Gesundheitswächter des Landes.

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Sommerurlaub trotz Corona-Pandemie? Vor allem im Süden Europas hoffen die Verantwortlichen, dass dies möglich sein wird. In Italien gibt es dazu bereits Überlegungen: von Plexiglas-Boxen am Strand bis hin zu Desinfektionstunneln reichen die Ideen.

Auch in Kroatien stellen die Gäste aus aller Welt jedes Jahr eine wichtige Einnahmequelle dar. Aber kann man sie in Zeiten einer globalen Gesundheitskrise überhaupt empfangen? Der oberste Gesundheitswächter des Landes sagt: ja.

Strandurlaub ja, aber: "Handtuch an Handtuch in der Sonne liegen wird es nicht geben"

"Ich kann es selbst nicht erwarten, ans Meer zu fahren, und wir werden sicher ans Meer fahren", sagte Krunoslav Capak, der Leiter des Kroatischen Instituts für Öffentliche Gesundheit (HZJZ), am Mittwoch im kroatischen Fernsehen HRT. Er rechne in diesem Sommer trotz der Corona-Pandemie mit Fremdenverkehr in seinem Land, wenn auch in reduziertem Umfang.

"Es wird aber nicht mehr so sein wie früher, es wird keine Massen am Strand mehr geben", fügte er hinzu. Kommunale Polizei und Bademeister würden darauf zu achten haben, dass die Badenden den Sicherheitsabstand einhalten. "Das Virus bleibt unter uns, Handtuch an Handtuch in der Sonne liegen wird es nicht geben", sagte Capak. Auch könnten "nicht alle gleichzeitig" an die Adriaküste fahren.

Wenige Corona-Infektionen an der kroatischen Küste

Kroatiens Wirtschaft ist auf die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr besonders angewiesen. Im Vorjahr generierte der Tourismus 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Auch bei Deutschen ist das Land mit seiner langen Adriaküste und den vielen Inseln beliebt.

Ansteckungen mit dem Virus Sars-Cov-2 sind zuletzt stark zurückgegangen. Die Küstenregionen waren - abgesehen von der Großstadt Split - ohnehin weniger betroffen. Die Halbinsel Istrien erklärte sich am letzten Wochenende sogar für Coronavirus-frei. Dort ist seit anderthalb Wochen keine Neuansteckung verzeichnet worden.

Bislang gilt in Kroatien noch Einreisesperre

Die Regierung in Zagreb lockert die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie stufenweise. Gaststätten können am kommenden Montag öffnen, wenn sie ihre Kundschaft draußen bedienen. Allerdings gilt immer noch eine Einreisesperre für ausländische Staatsbürger.

Ein Szenen-Foto aus Game of Thrones vor dem Original-Hintergrund

Dem Vernehmen nach verhandelt das Land mit Österreich, Slowenien und Tschechien über die Ermöglichung von Urlaubsreisen mit dem Auto. Das schlösse auch die Öffnung entsprechender Autobahn-Korridore für die Anreise ein.

Deutschland rüstet sich ebenfalls für Corona-Ferien

Das eigene Land dürfte auch dieses Jahr bei vielen Deutschen in Sachen Sommerurlaub hoch im Kurs stehen. Der Deutsche Tourismusverband (DTV) verzeichnete bereits steigende Buchungsanfragen vor allem für Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Angesichts sich abzeichnender Lockerungen für Reisen in Deutschland dürfte sich die Zahl jetzt noch deutlich erhöhen, sagte DTV-Geschäftsführer Norbert Kunz am Mittwoch. «Wir gehen davon aus, dass die Menschen nach dieser schwierigen Zeit dieses wiedergewonnene Stück Freiheit nutzen wollen». Wichtig sei allerdings, dass die Urlauber auf bundesweit einheitliche Regelungen und Schutzstandards vertrauen könnten.

Ziele zwischen Rügen und Garmisch-Partenkirchen stehen bei den Bundesbürgern hoch im Kurs. Deutschland war mit einem Anteil von 26 Prozent an Urlaubsreisen ab fünf Tagen im vergangenen Jahr den Angaben zufolge Ziel Nummer eins, gefolgt von Spanien, Italien und der Türkei.

Der Deutschland-Tourismus verzeichnete 2019 mit 495,6 Millionen Übernachtungen das zehnte Rekordjahr in Folge. Auf Gäste aus dem Inland entfielen 405,7 Millionen Übernachtungen (plus 3,9 Prozent).

mik / DPA

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