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Flughafen in Palma de Mallorca Migranten-Coup: Flucht aus Flugzeug war vermutlich über Facebook geplant

Flucht aus Flugzeug war vermutlich über Facebook geplant
Ein Airbus A320 von Air Arabia Maroc
© Markus Mainka / Picture Alliance
Die außerplanmäßige Landung eines Airbus auf dem Weg von Marokko in die Türkei wegen eines angeblich medizinischen Notfalls scheint von langer Hand geplant zu sein. Bei dem Zwischenfall konnten 24 Passagiere entkommenen, nach zwölf Personen wird weiterhin gesucht.

Die spanische Polizei prüft, ob die außerplanmäßige Landung eines marokkanischen Flugzeuges auf Mallorca und die anschließende Flucht von 21 Passagieren möglicherweise auf Facebook geplant worden ist. Dabei gehe es um eine Mitteilung in einer marokkanischen Facebook-Gruppe, in der die Ereignisse vom vergangenen Freitag schon vor längerem beschrieben worden sein sollen.

Die Facebook-Gruppe mit dem Namen "Brooklyn" hat 15.0000 Follower. Ob diese Mitteilung etwas mit der Notlandung zu tun habe, sei aber noch offen, teilte die Polizei mit. Doch der Verdacht erhärtet sich.

Der Airbus A320 der Fluggesellschaft Air Arabia Maroc hatte auf dem Weg von Casablanca nach Istanbul einen medizinischen Notfall an Bord gemeldet und um eine außerplanmäßige Landung auf dem Aeropuerto de Son San Juan in Mallorca gebeten. Der angeblich erkrankte Passagier wurde von Sanitätern in ein Krankenhaus gebracht.

Während die Maschine auf dem Flughafen wartete, stürmten männliche Passagiere aus dem Flugzeug, sprinteten über die Rollbahn zum Zaun um den Flughafen und verschwanden in der Nacht. Zugleich meldete das Krankenhaus, dass der angeblich kranke Passagier wohlauf und sein Begleiter verschwunden sei.

Nach der Flucht vom Flughafengelände von Palma de Mallorca wurden zwölf Personen des Fluges festgenommen, zwölf weitere werden noch gesucht.
Nach der Flucht vom Flughafengelände von Palma de Mallorca wurden zwölf Personen des Fluges festgenommen, zwölf weitere werden noch gesucht.
© Jaime Reina / AFP

"Mit einem Trick den Kapitän zur Notladung zwingen"

In dem auf Arabisch abgefassten Text im Internet, von dem nur noch ein Foto, ein sogenannter Screenshot, existiert, heißt es unter anderem nach einer Übersetzung der Deutschen Presse-Agentur: "Ihr müsst Tickets von Casablanca nach Istanbul über Spanien buchen. (...) Sobald ihr über Spanien fliegt, tut einer von euch so, als sei er krank und fängt an zu schreien und seine Freunde müssen Chaos anrichten, indem sie um Hilfe bitten, dass der Passagier schnell gerettet wird, ehe er stirbt. Dieser Trick zwingt den Kapitän zu einer Notlandung." Dann solle die Flucht versucht werden, so der Text weiter.

Die Polizei sucht derweil nach mehreren flüchtigen Passagieren. Die Polizei vermutet, dass sie mit einer Fähre nach Valencia übersetzten und sich bereits auf dem spanischen Festland aufhalten.

Zwölf andere, die in Gewahrsam genommen werden konnten, wurden dem Haftrichter vorgeführt. Sie verweigern alle die Aussage. Ihnen droht ein Strafverfahren wegen Störung der öffentlichen Ordnung und der illegalen Einreise nach Spanien.

Quellen: DPA, www.vilabweb.cat, www.mallorcamagazin.com

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tib/DPA

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