HOME

Glaubensbruder mit Gründergeist: Ein Amischer mit Pferdekutsche ist der ungewöhnlichste "Uber"-Fahrer in den USA

Die Amischen lehnen moderne Technik ab, deswegen müssen sie sich ja nicht jeder Neuerung verweigern. Ein Glaubensbruder ist echter Uber-Fan und gründete deswegen seinen eigenen Fahrdienst.

Amish Uber Buggy

Die traditionellen Pferde-Buggies gehören in US-Bundesstaaten mit Amish-Gemeinden fest zum Straßenbild. Ein junger Mann aus Michigan stellt seine Kutsche nun als Taxi zur Verfügung (Symbolbild). 

Picture Alliance

Timothy Hochstedler wohnt in Colon im US-Bundesstaat Michigan. Das Dorf liegt etwa in der Mitte zwischen Chicago und Detroit und hat rund 1100 Einwohner. Hochstedler, ein junger Mann, verdient sich etwas Geld dazu, indem er Menschen als Teilzeit-Taxifahrer im eigenen Fahrzeug von A nach B fährt. Das ist in den USA erst einmal nichts Ungewöhnliches: Seit es Uber gibt, nutzen viele Menschen ihr Auto in Kombination mit der App, um sich etwas dazu zu verdienen - oder auch als Haupterwerb.

Bei Hochstedler verhält es sich jedoch etwas anders: Denn er ist ein Amischer. Und wie alle Mitglieder der äußerst traditionsbewussten Glaubensgemeinschaft lehnt er moderne Technik ab. Er besitzt weder ein Smartphone, noch ein Auto. Seinen Fahrdienst bietet er mit seinem Pferde-Buggy an. Hochstedler fährt auch nicht offiziell für Uber, er hat seinen Service lediglich in Anlehnung an den Konzern "Amish Uber" genannt. 

"Uber ist eine coole Sache"

Denn, auch wenn er moderne Technik ablehnt, mag er den innovativen Grundgedanken hinter dem Angebot, wie er dem lokalen Nachrichtenportal "WWMT" sagt: "Uber ist eine coole Sache", wird er dort zitiert. "Jedes Jahr kommt etwas neues Heißes und Uber ist jetzt gerade heiß, also haben wir jetzt Amish Uber". 

Die meisten Fahrgäste, die Hochstedler durch Colon kutschiert, kommen von außerhalb. Besucher nutzen "Amish Uber" für eine Tour durch das Städtchen. Und die Chance auf eine Fahrt in einem echten Amischen-Buggy gibt es schließlich auch nicht oft. Die Mitglieder der Glaubensgemeinschaft leben meist eher zurückgezogen. Aber auch Einheimische schätzen das Angebot: "Ich glaube nicht, das es Uber hier draußen gibt, also ist das ziemlich cool", sagt eine von ihnen dem Bericht nach. Und weiter: "Es ist für Menschen, die nicht fahren können, wollen oder dürfen eine Option". 

Bei "Amish Uber" kostet jede Fahrt fünf Dollar. Per App kann man Hochstedlers Kutsche natürlich nicht buchen. Da verhält es sich bei ihm wie mit einem klassischen Taxi: Man muss ihn heranwinken.


 

Wahnsinns-Performance: Pizza meets Beethoven - dieser Lieferbote entpuppt sich als wahres Multitalent
rös

Wissenscommunity