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"Azamara Quest": Kreuzfahrtschiff nach Brand im Hafen

Aufatmen nach tagelanger Seenot: Der Luxusliner "Azamara Quest" hat den Hafen der malaysischen Stadt Sandakan erreicht. An Bord des Schiffs sind 1000 Menschen, darunter auch 36 Deutsche.

Der sichere Hafen ist erreicht: Das Kreuzfahrtschiff "Azamara Quest" hat den Hafen der malaysischen Stadt Sandakan erreicht. Die Behörden würden nun für die Sicherheit der Passagiere sorgen, erklärte die malaysische Küstenwache. Die "Azamara Quest" war zuvor manövrierunfähig vor den Philippinen getrieben.

Das Schiff war am Montag in Hongkong zu einer 17-tägigen Kreuzfahrt aufgebrochen und hatte am Mittwoch seine erste Station Manila verlassen. Auf dem Weg in den Hafen von Sandakan brach am Donnerstagabend ein Feuer aus.

Der Brand im Maschinenraum konnte am Freitagabend schnell gelöscht werden, teilte die in Malta ansässige Reederei Azamara Club Cruises mit. Das Schiff trieb zunächst aber ohne Antrieb auf dem Wasser, erst am Samstag gelang es der Besatzung aber, zwei ausgefallene Motoren wieder anzuwerfen.

Keine Passagiere verletzt

Laut einer Sprecherin der zuständigen Reederei befinden sich 36 Deutschen an Bord des Schiffes. Von den Passagieren sei bei dem Brand niemand verletzt worden, fünf Crewmitglieder erlitten Rauchvergiftungen.

Nach dem Feuer sei der Strom an Bord vorübergehend ausgefallen, hieß es bei der Reederei. Erst nach Stunden konnten die sanitären Anlagen, Wasserversorgung, Küchen und Kühlung wieder betrieben werden. Die Klimaanlage arbeite nicht, die Stimmung unter den Passagieren sei aber ruhig geblieben. Azamara-Präsident Larry Pimentel wollte die Passagiere persönlich erwarten, um deren Weiter- oder Heimreise sicherzustellen. Außer der vollen Erstattung des Reisepreises soll jeder Gast einen Kreuzfahrt-Gutschein in gleicher Höhe erhalten.

Weiterer Schlag für Kreuzfahrtbranche

Die Havarie ist der dritte größere Unfall mit einem Kreuzfahrtschiff in diesem Jahr. Am 13. Januar lief die "Costa Concordia" wahrscheinlich wegen eines Fehlers des Kapitäns vor der toskanischen Insel Giglio auf einen Felsen. Dabei starben 32 Menschen. Gut sechs Wochen danach havarierte das Schwesterschiff "Costa Allegra" nach einem Brand vor den Seychellen. Die Reisenden mussten drei Tage lang ohne Strom und Klimaanlage nur mit einer Notversorgung in tropischer Hitze an Deck ausharren.

lea/DPA/AFP / DPA

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