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Brand auf der "Azamara Quest" Kreuzfahrtschiff gerät vor Borneo in Seenot


Wieder ein Kreuzfahrtschiff in Not: Nach einem Brand im Maschinenraum treibt die "Azamara Quest" mit fast 1000 Mann an Bord stundenlang hilflos im Indischen Ozean vor Borneo.

Bange Stunden für 600 Touristen aus den USA und Europa und die 300 Crewmitglieder an Bord der "Azamara Quest" vor Borneo: Nachdem am Samstag auf dem 181 Meter langen Luxus-Kreuzfahrtschiff ein Brand ausgebrochen war, trieb es eine Zeit lang manövrierunfähig auf offener See.

Der Brand im Maschinenraum der "Azamara Quest" habe schnell gelöscht werden können, teilte die in Malta ansässige Reederei Azamara Club Cruises auf ihrer Webseite mit. Inzwischen fahre das Schiff wieder.

Fünf Mitglieder der Besatzung seien am Freitagabend durch eine Rauchgasvergiftung verletzt worden, einer von ihnen schwer. Alle 600 Passagiere, die vorwiegend aus den USA und Europa stammen, seien wohlauf.

Die "Azamara Quest" trieb laut Reederei zunächst 200 Seemeilen vor der Küste von Balikpapan auf der Insel Borneo im Indonesischen Archipel. Nachdem die Ingenieure den Antrieb wieder hergestellt hatten, ist der Hafen der Stadt Sandakan im Norden Malaysias das Ziel, wo die Reise enden soll. Bei einer Geschwindigkeit von sechs Knoten werde die Fahrt vermutlich ein bis zwei Tage dauern.

Nach dem Feuer sei der Strom an Bord vorübergehend ausgefallen. Erst nach Stunden konnten die Klimaanlagen und die sanitären Anlagen, Wasserversorgung, Küchen und Kühlung wieder betrieben werden. Die Stimmung unter den Passagieren sei aber ruhig, heißt es in den Mitteilungen der Reederei.

Von Hongkong nach Singapur

Die 30.000 Bruttoregistertonnen große "Azamara Quest" kam aus Hongkong und war unterwegs nach Singapur. Die Reederei Azamara Club Cruises ist eine Tochterfirma der Royal Caribbean Cruises. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Miami ist weltweit das zweitgrößte Kreuzfahrtunternehmen.

Die Havarie ist der dritte größere Unfall mit einem Kreuzfahrtschiff in diesem Jahr. Erst am 13. Januar 2012 sank vor der italienischen Insel Giglio die "Costa Condordia". An Bord befanden sich 4200 Menschen. Dabei starben 32 Menschen, noch immer bergen Taucher Leichen aus dem überfluteten Wrack.

Anderthalb Monate nach der Katastrophe brach auf der "Costa Allegra" vor den Seychellen ein Brand aus. Die Reisenden mussten drei Tage lang ohne Strom und Klimaanlage nur mit einer Notversorgung in tropischer Hitze an Deck ausharren.

tib/DPA/AFP DPA

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