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Billigflieger Spicejet Alkoholtests vor Dienstantritt: Vier Piloten müssen am Boden bleiben

Zu Flotte des indischen Billigfliegers Spicejet gehören 80 Jets vom Typ Boeing 737
Zu Flotte des indischen Billigfliegers Spicejet gehören 80 Jets vom Typ Boeing 737
© Mustafa Quraishi / Picture Alliance
Die Atemtests erfolgten unangekündigt vor dem Abflug: Innerhalb von fünf Tagen wurden an mehreren Flughäfen gleich vier Piloten mit zu hohen Werten erwischt. Nicht nur Alkoholmissbrauch von Crews ist in Indien ein Problem.

In Indien wurden drei Piloten und eine Kopilotin der Airline Spicejet festgenommen, die bei obligatorischen Alkoholtests positiv ausgefallen sind. Bei fünf Preflight-Stichproben zwischen dem 29. November und 2. Dezember an den Flughäfen von Delhi und Mumbai wurde einzelnen Crew-Mitgliedern Alkohol im Körper nachgewiesen.

"Besatzungsmitglieder müssen vor dem Flug einen obligatorischen Atemanalysetest absolvieren", sagte ein Sprecher der indischen Billigfluggesellschaft. "Spicejet hat einen Null-Toleranz-Ansatz für Piloten, die unter Alkoholeinfluss fliegen."

Nach den Regeln der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) wird ein Besatzungsmitglied, das erstmalig positiv auf den Atemanalysetest getestet wird, drei Monate lang für den Flugbetrieb gesperrt. Im wiederholten Fall droht eine dreijährige Sperre. Ein eventuell dritter Verstoß führt zum Verlust der Pilotenlizenz.

Nach Angaben der "Hindustan Times" konnte Spicejet nicht bestätigen, dass die vier Piloten zum ersten Mal gegen die Vorschiften der ICAO verstoßen haben.

Dem News-Portal liegt eine interne E-Mail vor, in der ein härteres Vorgehen angekündigt wird. "Ab sofort wird das Unternehmen Strafmaßnahmen ergreifen, die weitaus strenger sind als es Vorschriften fordern." Die indische Zivilluftfahrtbehörde hatte im August vorgeschlagen, nicht nur das fliegende Personal, sondern auch Flugingenieure, Fluglotsen und die Fahrer von Bussen und Fluggastbrücken und Bussen einem Atemtest zu unterziehen.

Nicht nur Alkoholmissbrauch in Pilotenkreisen

In Indien kommt es immer wieder zu ähnlichen Vorfällen. Erst vor einem Jahr geriet ein Pilot von Air India in das Visier der Behörden, der vor einem internationalen Flug von Delhi nach London bei einem Alkoholtest durchfiel.

Es handelte sich nicht um irgendeinen Flugkapitän, sondern um einen mit besonders hohem Verantwortungsbereich: Arvind K. war der "Senior Pilot" und zusätzlich auch Flugbetriebsleiter und Mitglied des Vorstands der Airline. Ihm wurde für einen Zeitraum über fünf Jahre die Fluglizenz entzogen.

Indische Medien berichten am Wochenende auch über einen Piloten von Spicejet, der gefeuert wurde, weil er seine Layover-Zeit in einem Hotel in Delhi mit weiblichem Personal im selben Zimmer verbracht hatte.

Zwei Monate zuvor gab es Beschwerden, weil ein Pilot und eine Flugbegleiterin an Bord vor den Augen von Passagieren Liebeleien ausgetauscht hatten.

Noch spektakulärer ist der Fall einer Stewardess, die jahrelang ein Doppelleben führte und hohe Bargeldbeträge schmuggelte, ehe sie aufflog.

Quelle:"Hinudstan Times"

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tib

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