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In Zeiten des Monsuns: Fliegen in Indien: fünf Zwischenfälle und Bruchlandungen in drei Tagen

Mit besonderen Herausforderungen haben Piloten in Indien zu kämpfen: Innerhalb nur weniger Tage rutschten bei Landungen wegen heftiger Regenfälle und schlechter Sicht gleich mehrere Maschinen von der Piste.

Am 1. Juli von der Landebahn abgekommen: die Boeing 737-800 von Jet Airways in Mumbai

Am 1. Juli von der Landebahn abgekommen: die Boeing 737-800 von Jet Airways in Mumbai

AFP

Fliegen unter erschwerten Witterungsbedingungen in Indien: Eine besondere Herausforderung für Piloten besteht durch die anhaltenden Regenfälle während der momentanen Monsunzeit. Gerade bei den Landungen wird von den Cockpit-Crews bei den meisten Inlandsflügen auf dem Subkontinent auf den zum Teil unter Wasser stehenden Pisten erhöhte Aufmerksamkeit verlangt.

Als am Dienstagnachmittag eine Boeing 737-800 des indischen Billigfliegers Spicejet in Kolkata landete, kam der Jet mit der Kennung VT-SYI beim Abbremsen von der Piste ab und streifte mehrere Begrenzungslichter.

Doch die Piloten bekamen die Maschine auf dem Flughafen der Hauptstadt des Bundesstaates Westbengalen wieder unter Kontrolle und konnten sie zurück auf festen Untergrund steuern. Die Fluggesellschaft bestätigte den Vorfall und meldete, dass alle Passagiere die Maschine des Fluges mit dem Kürzel SG-275, der aus Pune kam, auf normalen Wege sicher verlassen konnte.

Einen Tag zuvor landete eine Boeing 737-800 von Air India Express in Kozhikode im Südwesten Indiens mit dem Heck auf der Piste. Die Maschine, die mit 180 Fluggästen besetzt war, kam aus dem Damman in Saudi-Arabien, wie der "Aviation Herald" berichtet.

Fachleute nennen das einen "tail strike". Anscheinend muss der Zwischenfall mit dem Flugzeug der Tochtergesellschaft der staatlichen Air India glimpflich verlaufen sein, denn indische Presseagenturen schreiben, dass "eine große Katastrophe abgewendet" wurde.

Zweiter Vorfall von Air India Express

Von derselben Billigfluggesellschaft war bereits am Sonntag, den 30. Juni, ebenfalls eine Boeing 737-800, die in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten gestartet war, auf dem Flughafen von Mangalore im Bundesstaat Karnataka verunfallt: Die Maschine "blieb am Ende der Piste stehen, nachdem das Bugfahrwerk über einen Entwässerungsgraben gefahren war. Die Passagiere stiegen über eine mobile Treppe aus", heißt es beim "Avation Herald". Das Flugzeug mit der Kennung VT-AYA mit 181 Passagieren an Bord wurde geringfügig beschädigt.

Größerer Schaden entstand bei der Bruchlandung einer Boeing von Spicejet am Montagabend auf dem Chhatrapati Shivaji International Airport von Mumbai. Der Flug SG-6237 aus Jaipur setzte gegen 23.50 Uhr Ortszeit auf der Piste 27 auf. Doch der Jet vom Typ Boeing 737-800 schoss bei heftigem Regen über das Ende der Landebahn hinaus.

160 Meter hinter der Landebahn klappte das Bugfahrwerk zusammen und der Flieger kam dadurch zu einem Halt. Nach Medienangaben kam keine der Passagiere zu Schaden. Jedoch wurde die Maschine erheblich beschädigt. Der Flughafen musste geschlossen werden.

Bereits am Sonntag hatte sich der erste Vorfall auf dem Flughafen von Surat Gujarat nördlich von Mumbai, mit einem Flugzeug der Spicejet-Flotte ereignet. Eine Propellermaschine vom Typ Bombardier Dash 8-Q400 war bei der Landung über das Pistenende hinausgeschossen.

Das aus Bhopal kommende Flugzeug kam erst 270 Meter hinter der wegen Bauarbeiten auf 2250 Meter verkürzten Landebahn zum Stehen. Auch in diesem Fall kamen die 43 Passagiere und vier Crew-Mitglieder des Fluges mit dem Kürzel SG-3722 mit dem Schrecken davon.

Quellen: "Aviation Herald"

Jet Airways Boeing 777
tib

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