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Verhaftung in Indien: 500.000 Dollar als Butterbrot getarnt - wie das Doppelleben einer Stewardess aufflog

Jet Airways kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Nachdem es während eines Flugs zu einer Schlägerei im Cockpit kam, wurde jetzt eine Flugbegleiterin der Geldwäsche überführt: Sie hatte Bündel von 100 Dollar-Scheinen als Butterbrote getarnt.

Eine Stewardess von Jet Airways wurde beim Schmuggel von großen Mengen Bargeldes erwischt.

Eine Stewardess von Jet Airways wurde beim Schmuggel von großen Mengen Bargeldes erwischt.

Eine weibliche Flugbegleiterin wurde am Montag in Neu-Delhi verhaftet, als sie am Indira Gandhi Airport zum Dienst an Bord eines Flugzuges mit dem Ziel Hongkong antreten wollte. Bei der genaueren Kontrolle des aufgegebenen Koffers und ihres Handgepäcks hatte der Zoll eine ungewöhnliche Entdeckung gemacht: Was wie in Aluminiumfolie eingewickelte Butterbrote aussah, entpupptes ich als von 100-Dollar-Scheinen.

Die Zöllner benötigten eine Weile zum Zählen. Am Ende summierten sich die Geldbündel auf den Betrag von 480.200 US-Dollar, wie die "Hindustan Times" berichtet. Die Aluminiumfolie diente demnach als Tarnung, um beim Durchleuchten des Gepäcks nicht sofort aufzufallen. Das Besatzungsmitglied sei gut ausgebildet gewesen, "Geld zu verstecken und die Geldbündel in Aluminiumfolie zu wickeln, was die Scanner am Flughafen nicht leicht erkennen konnten", schreibt die Zeitung.

In einer freiwilligen Erklärung legte die 25-jährige Beschuldigte bereits ein Geständnis ab. Mit der Stewardess ging den indischen Steuerfahndern auch ein 39-jähriger Banker ins Netz, der ebenfalls der verdächtigt wird. Beide sollen Teil eines internationalen Schmuggelrings sein, der nach dem Hawala-Finanzsystem arbeitet. Per Vertrauen über Mittelsmänner werden große Geldbeträge an offiziellen Stellen wie Banken und Aufsichtsbehörden vorbei ins Ausland transferiert.

Rekrutierung beim Servieren

Nach Angaben von "Hindustan Times" hätten sich beide Personen, die jetzt in Untersuchungshaft sitzen, bei einem -Flug im August 2017 an Bord kennengelernt. "Sie sprachen miteinander, während sie ihm das Essen servierte. Sie tauschten Kontaktdaten aus und trafen sich später, um den Plan zu besprechen."

Innerhalb der vergangenen Monate soll die Stewardess auf ihren Flügen von nach Hongkong acht Mal als Geldkurier tätig gewesen sein. Eine andere Person habe die Geldbeträge dann im Hongkonger Crew-Hotel abgeholt. Für ihre Dienste habe die Flugbegleiterin ein Prozent der von ihr transferierten Summe als Provision erhalten.

Jet Airways in den Negativ-Schlagzeilen

Die Airline bestätigte den Vorfall. "Aufgrund der Ermittlungen und der Erkenntnis der Strafverfolgungsbehörden wird die Fluggesellschaft weitere Maßnahmen ergreifen", sagte ein Pressesprecher der Fluggesellschaft.

Jet Airways war erst kürzlich in die Schlagzeilen geraten, weil es während eine Fluges von London nach Mumbai im Cockpit zu einer handfesten Auseinandersetzung gekommen war. Der Kopilot hatte mehrmals auf die Pilotin eingeschlagen, worauf diese bei der Kabinen-Crew Schutz suchen musste.

Die Flotte der 1992 gegründeten Fluggesellschaft umfasst mehr als 100 Flugzeuge und gilt nach dem Billigflieger Indigo als zweitgrößte Indiens. Eine strategische Partnerschaft und 24-prozentige Beteiligung besteht mit Etihad Airways aus Abu Dhabi, die ebenfalls Hauptaktionär von Air Berlin waren.

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