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Taten vor dreieinhalb Jahren: Pilot wird kurz vor Boarding verhaftet – Passagiere sind schockiert über den Verdacht

Kurz bevor die Passagiere ihr Flugzeug betreten wollten, rückte die Polizei an und nahm den Piloten fest. Er soll vor gut drei Jahren grausame Verbrechen begangen haben.

Pilot Christian M. wurde wegen Verdacht des dreifachen Mordes von der Polizei festgenommen

Auf dem Polizeifoto trägt er sogar noch seine Uniform: US-Behörden haben auf dem Flughafen von Louisville im Bundesstaat Kentucky einen 51-Jährigen wegen des Verdachts auf schwere Verbrechen vor dreieinhalb Jahren verhaftet.

Die Beamten griffen kurz vor dem geplanten morgendlichen Start eines Flugzeugs der Airline PSA nach Charlotte in North Carolina zu – der Verdächtige war der Pilot der Maschine.

Die Passagiere hätten auf die Festnahme irritiert reagiert, berichtet der US-Sender CNN. Sie hatten sich demnach gerade bereit fürs Boarding gemacht, als der Polizeieinsatz begann. Zunächst seien sie davon ausgegangen, dass der Pilot betrunken gewesen sei. Als sie den wahren Grund für die Aktion auf dem Flughafen erfuhren, seien die Fluggäste geschockt gewesen. "Das war wie in einem Film, es war eine sehr ernste Situation", sagte eine Reisende Reportern des Senders. "Man spürte die Anspannung der Flugbegleiter. Man merkte, dass sie sehr gestresst waren."

Pilot kurz vor dem Abflug festgenommen

Die Festnahme von Christian M. kurz vor dem Start der Maschine ist der vorläufige Schlusspunkt von jahrelangen Ermittlungen nach einem Dreifachmord im November 2015. Eine Grand Jury hatte zuvor beschlossen, den 51-Jährigen wegen der Taten anzuklagen.

Er soll seinerzeit einen 59-Jährigen in dessen Haus erschossen haben. Das Opfer sollte laut Lokalmedien in einem Prozess wegen eines Sexualdelikts gegen Christian M. aussagen. Später fanden Beamte auch den Leichnam der 58-jährigen Frau des Toten und den eines 63-Jährigen in einem ausgebrannten Auto in einem Maisfeld.

Wie die Ermittler dem Piloten über drei Jahre nach den Morden auf die Spur kamen, haben sie nicht mitgeteilt. Generalstaatsanwalt Andy Beshear erklärte zu dem Ermittlungserfolg: "Ich hoffe, dass dieser Tag den Angehörigen etwas Genugtuung bringen kann. Der Fall ist ein gutes Beispiel dafür, dass wir den Trauernden helfen können, wenn wir niemals aufhören, nach Gerechtigkeit zu suchen." Christian M. soll jetzt bis zum Prozessbeginn in Untersuchungshaft bleiben.

Familienmitglieder der Toten drückten den Behörden nach der Festnahme eine "Überfülle an Emotionen, eine aufrichtige Erleichterung und eine absolute Dankbarkeit gegenüber all jenen aus, die fleißig an diesem Fall gearbeitet haben".

Fluggesellschaft reagiert schockiert auf Mordvorwürfe

American Airlines, die Konzernmutter der Fluggesellschaft PSA, äußerte sich schockiert zu den Vorwürfen gegen einen ihrer Mitarbeiter. Man sei "zutiefst betroffen", zitierte die "Washington Post" aus einer Mitteilung. Bei den routinemäßigen Überprüfungen ihres Angestellten seien keine Vorstrafen festgestellt worden, die gegen eine Beschäftigung als Pilot gesprochen hätten.

"Wir setzen uns uneingeschränkt für die Sicherheit unserer Kunden und Teammitglieder ein und werden den Strafverfolgungsbehörden während ihrer gesamten Untersuchung jede mögliche Untersützung bieten", so das Unternehmen weiter. Die Pilotenuniform vom Polizeifoto wird Christian M. aller Voraussicht nach zum letzten Mal getragen haben. Der Prozess soll innerhalb der kommenden drei Monate beginnen.

Quellen: CNN, Mitteilung Staatsanwaltschaft, Clarksvillenow.com, "Washington Post"

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