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Kontakt abgebrochen: 19-jährige Niederländerin auf Kuba vermisst

Eine 19-Jährige aus den Niederlanden wird seit Samstag vermisst. Sie war alleine vor drei Wochen nach Kuba gereist. Vor wenigen Tagen brach der Kontakt ab. Ihre Eltern suchen verzweifelt Hilfe über die Sozialen Netzwerke.

Anwohner sitzen vor ihren Wohnhäuser in einer Straße der Altstadt, während Touristen vorbeigehen.

Die Eltern sind am Mittwoch selbst nach Havanna geflogen, um nach ihrer Tochter zu suchen (Symbolfoto)

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Die Eltern von Annouk van Luijk machen sich große Sorgen. Seit einigen Tagen ist der Kontakt zu ihrer Tochter abgebrochen. Die 19-Jährige aus Hellevoetsluis in der Provinz Südholland war am 7. Juli alleine nach Kuba gereist. Am 21. Juli hätte sie zurückkommen sollen. Doch im Flieger saß sie nicht. Auf posteten sie einen verzweifelten Aufruf. 

"Das letzte Mal hatten wir mit ihr Kontakt ihr am 21. Juli gegen 14 Uhr", schreibt ihr Vater Wim. Da sei sie in Campo Florido gewesen, rund 40 Minuten von entfernt. "Sie sagte uns, dass sie ihre Bankkarte verloren hatte und seit Mittwoch ohne Geld war." Die junge Frau soll sich zudem krank gefühlt und an Durchfall gelitten haben. "Ohne Geld, Essen und einen Platz zum Schlafen haben wir ihr geraten, zur Niederländischen Botschaft zu gehen. Doch dort ist sie nie angekommen", schreibt er weiter.  

Sie hätten daraufhin die Behörden kontaktiert, doch dort zeigte man sich nicht besonders kooperativ. "Wir haben die , die niederländische Botschaft und das Außenministerium kontaktiert, wir haben sie als vermisst gemeldet, aber die Polizei will nur handeln, wenn es eine Straftat oder eine lebensbedrohliche Situation gibt. Ohne einen Beweis auf ein Verbrechen tun sie nichts. Auch Interpol unternimmt nichts." Bei der Botschaft habe man ihm gesagt, es gäbe so viele Touristen und es sei nicht die Aufgabe der Botschaft, Krankenhäuser und Hotels anzurufen. Auch der Reiseveranstalter Tui wolle mit Hinweis auf das Datenschutzgesetz keine Informationen rausgeben. Der Einzige, der sich kooperativ zeige, sei der Vertreter des Auswärtigen Amtes. 

Eltern reisen selbst nach Kuba

Durch den Aufruf erhoffen sich die Eltern Hilfe von Menschen, die derzeit auf Kuba weilen und vielleicht etwas gesehen oder gehört haben. Tatsächlich meldete sich eine Frau, die Annouk in einem Supermarkt im Zentrum von Havanna gesehen haben will. "Sie erzählte uns, dass sie noch 50 Euro hätte und es besser wäre, zur Botschaft zu gehen. Wir waren etwas besorgt, aber sie schien alles unter Kontrolle zu haben, also beließen wir es dabei", schreibt die Frau.

Eine anderer schreibt, dass sie sich einmal auf einem Trip nach Kuba eine Lebensmittelvergiftung zugezogen hätte und daraufhin einige Tage in einem Krankenhaus gelegen hätte, ohne Internet und somit ohne Möglichkeit, sich zu Hause zu melden. 

Wie der "Telegraaf" berichtet, wollten die Eltern am Mittwoch selbst nach Kuba reisen, um nach ihrer Tochter zu suchen. Die Tickets soll der Reiseveranstalter Tui kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Inzwischen wurde der Aufruf fast 10.000 Mal geteilt. Auch Interpol soll mit der Suche nach der jungen Frau begonnen haben.

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