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Lost Places: Wo die Natur alle Reste der Zivilisation überwuchert

Alte Kirchen und Bahnhöfe, ausrangierte Autos und Flugzeuge: Mit unbändiger Kraft verleibt sich die Natur ein, was der Mensch im Stich gelassen hat. Der Fotograf Jonathan Jimenez hat besondere Lost Places aufgespürt.

Dieser MiG-Jet ist alles andere als kampfbereit: Mitten im Grünen rostet diese alte sowjetische Maschine friedlich vor sich hin.

Dieser MiG-Jet ist alles andere als kampfbereit: Mitten im Grünen rostet diese alte sowjetische Maschine friedlich vor sich hin.

Er ist ein Meister seines Fachs: der Fotograf Jonathan Jimenez alias Jonk. Mit seinen Aufnahmen von verlassenen Orten hat er sich in dieser in Mode gekommen Nische der Lost-Places-Fotografie an die Weltspitze fotografiert.

Denn seine Aufnahmen unterscheiden sich von den vielen Publikationen mit Fotos von Orten des Verfalls. Jonk hat seinen klar auf Objekte gelegt, die nicht einfach nur sich selbst überlassen sind, sondern speziell auf solche, die bereits wieder von Natur in Beschlag genommen wurden.

In seinem neuen Buch "Naturalia - reclaimed by Nature", das im Verlag Carpet Bombing Culture im März 2018 erschienen ist, stellt er verfallende Bahnhöfe mit ausrangierten Zügen, militärische Reste auf verlassenen Truppenübungsplätzen, Autofriedhöfe, Kirchen und sich selbst überlassene Industrieanlagen vor, in denen seit Jahrzehnten nichts mehr produziert wird.

All seinen Fotos im Breitwandformat ist gemeinsam, dass sie in einem Verfallsstadium sind, das seinen ganz eigenen ästhetischen Reiz entwickelt hat: Die Gebäude und Objekte sind bereits soweit heruntergekommen und von Rankpflanzen, Sträuchern und Bäumen überwuchert, dass sie gerade noch zu erkennen sind.

Jonks Fotografien regen den Betrachter beim Blättern in dem opulenten Werk "Naturalia" zum Fantasieren an: Wer hat hier früher gelebt? Was haben die Menschen hier einst gearbeitet? Nicht wann, sondern warum wurde der Ort plötzlich verlassen? War es etwa ein Unglück?

Wir wissen es nicht. Jonk erzählt auch keinerlei Geschichten mit Worten. Das Gegenteil: Das gesamte Buch kommt nicht nur ohne eine einzige Bildlegende aus, sondern verzichtet auch auf Seitenzahlen. Aus Rücksicht der von der Natur zurückeroberten Orte werden keine geografischen Koordinaten genannt.

Weitere Fotos von Jonk finden Sie auf seinen Instagram-Account.

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