Malediven Im Paradies sind noch Plätze frei

Tauchen, schnorcheln, entspannen - nur wo? Auf den Malediven sind noch Plätze frei. Und wer denkt, die Inselkette sei vom Tsunami gezeichnet, kann sich im Paradies eines Besseren belehren lassen.

Zugegeben, der Weg ins Paradies ist beschwerlich. Dochwenn nach zehn Stunden Flug die Inseln und Atolle der Malediven im Indischen Ozean auftauchen, entschädigt das für alle Strapazen: Aus der Luft sehen sie aus wie eine Auslage grüner Jadehalsbänder mit dazwischen gestreuten Smaragden auf blauem Samt, schwärmte schon der norwegische Insel-Forscher Thor Heyerdahl von den malerischen Koralleninseln.Rund 600.000 Touristen sollen im vergangenen Jahr in die tropische Welt der über 1000 grünen Palmeninseln, gesäumt von weißen Sandstränden und türkis-blauen Lagunen, eingetaucht sein. Unter Tauchern und Schnorchlern gilt die farbenprächtige Unterwasserweltder Korallenriffe schon lange als erste Adresse. Zunehmend werden die Inseln aber auch von Romantikern und Träumern entdeckt, die einfachnur erholsame Abgeschiedenheit suchen.

Hinweise zu Reisepreisen und Nebenkosten

Die Malediven sind nicht zum Schnäppchenpreis zu haben. Auf den Inseln wird auf möglichst umweltfreundlichen, sanftenTourismus gesetzt. Mehrstöckige Gebäude gibt es in der Regel nicht, was die Zahl der Touristen natürlich beschränkt - zumal nur 20 Prozent der Inselfläche bebaut werden dürfen. Außerdem muss so ziemlich alles, was der Gast hier geboten bekommt, kostenaufwändig vom Festland herangeschafft werden. Das reicht vom Trinkwasser bis hin zum Bauholz und zur Badewannenarmatur.Kurumba etwa wird von TUI ab 1119 Euro pro Person (7 Nächte/DZ/Frühstück), von Meiers Weltreisen ab 1601 Euro (14Nächte/DZ/Frühstück) und von Airtours ab 770 Euro (7 Nächte/DZ/Vollpension/ohne Flug) angeboten.Kuramathi-Village kann bei Thomas Cook/Neckermann ab 1247 Euro pro Person (7 Nächte/DZ/Halbpension), bei Meiers Weltreisen ab 1824 Euro(7 Nächte/DZ/Frühstück) und bei TUI ab 985 Euro (7 Nächte/DZ/Halbpension) gebucht werden.Die Nebenkosten auf den Hotel-Inseln sind nicht unerheblich. Die Bezahlung jeder einzelnen Mahlzeit rechnet sich nicht. Wer abends auch noch gern an der Bar sitzt, für den empfiehlt sich All-Inclusive. Supermärkte oder Kioske gibt es nicht. Alles muss im Restaurant gekauft werden: eine 1,5-Liter-Flasche Mineralwasser etwa für 4 bis 5 Dollar, ein kleines Bier für 3 bis 4,50 Dollar, eine Flasche Wein ab 20 Dollar, ein Sandwich ab 5 Dollar, ein Menü ab 25 Dollar. Zigaretten kosten zwischen 3 und 5 Dollar.Die Preise für Ausflüge zu den Delfin-Gründen, zum Fischen oderSchnorcheln differieren von Insel zu Insel. Kostenintensiv sind auch Wellness-Behandlungen. Telefonieren übers Festnetz sollte man sich am besten verkneifen: 3 Minuten nach Deutschland schlagen mit 28 Dollar zu Buche!Außer der Kreditkarte sollten kleine Dollar-Noten mitgenommen werden, um sich mit einem angemessenen Trinkgeld beim Kofferträger, Zimmerboy und Kellner bedanken zu können.

Die edle Qual der Insel-Wahl

Doch seit der großen Flut im Dezember vergangenen Jahres bleiben viele Betten leer auf den Hotel-Inseln. Das ist für die 300.000 Malediver fast noch verheerender als der Tsunami selbst, denn diemeisten hier leben vom Tourismus. Die Gästeflaute ärgert die Hotelmanager umso mehr, als die Inselkette im Vergleich zu Thailand, Indonesien oder Sri Lanka recht glimpflich davongekommen ist: NachAngaben des Fremdenverkehrsamtes in der Hauptstadt Male mussten "nur" 21 der knapp 90 Hotel-Inseln wegen Flutschäden geschlossen werden.Viele davon sind inzwischen wieder geöffnet, so dass der Urlauber weiterhin die Qual der Insel-Wahl hat."Offenbar haben die Korallenriffe verhindert, dass sich hier eine Flutwelle aufbaut", berichtet Manuela Schwingshackl, Managerin des Universalresorts Baros Maldives im Nord-Male-Atoll. "Das Wasser stiegganz langsam an, etwa hüfthoch, und ging dann ebenso langsam wieder zurück", erinnert sich die Südtirolerin, die seit mehreren Jahren aufden Malediven lebt und arbeitet. "Ihre" Insel ist tatsächlich derzeit geschlossen. Dort wird fleißig gehämmert und gewerkelt. Alle Bungalows auf dem üppig bewachsenen nur 300 mal 400 Meter großenEiland wurden abgerissen. Das habe aber nur mittelbar etwas mit der Flut zu tun, erläutert die Managerin. Die Insel gehörte zu den ersten, die Anfang der 70er Jahre für den Tourismus erschlossen wurden. Sie sollte ohnehin "generalüberholt" werden.

"Schöner und luxuriöser denn je"

Mitte Dezember wird das Resort wieder öffnen, versichert Schwingshackl. "Schöner und luxuriöser denn je", schwärmt sie. Dann sollen Wasserbungalows mit verglaster Front zum Meer hin, Strandbungalows und Deluxe-Villen sowie ein Restaurant mitten auf demWasser wieder zum Traumurlaub einladen.Bis dahin betreut Schwingshackl das Resort auf Full Moon, nicht weit entfernt von Baros. Auch diese Insel trägt einen eher familiären Charakter. "Viele Gäste sind nicht zum ersten Mal hier. Man kennt sich", erzählt die Managerin. Die 4,5-Sterne-Bungalows sind nach demVorbild historischer Kolonialhäuser gebaut und in modernem asiatischen Design gehalten. Von den mit duftenden Hibiskusbüschen umsäumten Strand-Cottages aus kann der Blick ungehindert über dasMeer schweifen. Traditionelle Reetdächer, gewölbte Decken und die edle Inneneinrichtung aus Holz und Naturmaterialien schaffen eine gemütliche Atmosphäre. Die großzügigen, bepflanzten Badezimmer öffnensich nach außen und laden zur Regenwasserdusche unterm Sternenhimmel ein.

Dennoch, auch diese Insel ist noch vom Tsunami gezeichnet. Die Wassermassen hatten den Stelzenbungalows förmlich die Beine weggehauen. Weil die Standsicherheit nicht mehr gegeben war, wurdensie vorsichtshalber abgerissen. Von der Baustelle an der Lagune bemerken die Gäste in den Strandbungalows aber kaum etwas. Die 52 neuen Wasserbungalows sollen schon im November bezugsfertig sein.

Lage, Klima und Gesundheit auf den Malediven

Die Inselkette der Malediven liegt 500 Kilometer südwestlich von Sri Lanka am Äquator. Sie erstreckt sich von Nordnach Süd über 820 Kilometer und von Ost nach West über 120 Kilometer. Die rund 1190 Inseln in 26 größeren Atollen entstanden in Jahrmillionen aus abgestorbenen und verfestigten Kalkabscheidungen der Korallen. Jede Insel hat ein Riff, an dem sich die Meereswellenbrechen und das sie so vor den Fluten schützt. Das Territorium der Inselrepublik besteht zu 99,6 Prozent aus Wasser. 198 Eilande sind bewohnt, davon 90 von Touristen.Das Klima ist durchgehend heiß und feucht. Die Durchschnittstemperaturen liegen zwischen 29 und 32 Grad, dieWassertemperaturen gleichmäßig bei 27 Grad. Die Malediven kennen weder eine ausgeprägte Regenzeit noch tropische Zyklone. Dennoch gelten die Monate des europäischen Winters als ideale (und teuerste) Reisezeit.Wichtig:Auslandskrankenversicherung abschließen, denn die meisten Krankenkassen zahlen Arzt- und Krankenhausrechnungen von denMalediven nicht. Spezielle Impfungen sind nicht notwendig. Gegebenenfalls sollte der Tetanusschutz aufgefrischt werden.

Eine der exklusivsten Adressen

Andere Inseln wie Kurumba, nur vier Kilometer nördlich von Male gelegen, oder Kuramathi im weiter entfernten Rashdoo-Atoll sind vom Tsunami so gut wie verschont geblieben. Kurumba präsentiert sich mehr denn je als eine der exklusivsten Adressen auf den Malediven. Dortentspannen auch schon mal Staatschefs und königliche Hoheiten bei Aromatherapie und Yoga, Segeln, Surfen, Tauchen, Schwimmen.... Sieben Restaurants servieren internationale Spezialitäten, aber auch traditionelle Fischgerichte der Malediven.

Kuramathi gehört mit einer Länge von 2,5 Kilometern zu den größten Hotel-Inseln auf den Malediven. Dicht mit Kokos-Palmen und mächtigen Banyanbäumen bewachsen, fühlen sich hier Flughunde, Fischreiher undfarbenprächtige Schönechsen wohl. Die korallenreiche Umgebung zählt zu den besten Tauchgründen des Inselreiches. Im Spa-Resort entschweben Verliebte bei "Adam und Eva"-Massagen und bei Champagnerim betörend duftenden Frangipani-Bad in den siebten Himmel, während andere weltentrückt den traumhaften Sonnenuntergang auf der Sandbank beobachten.

Es sind noch Plätze frei im Paradies

Die Malediven locken zwar nicht gerade mit Sonderangeboten zum Billigtarif, aber es lohnt sich dennoch, die Preise zu vergleichen. Ein Blick in die Kataloge verrät, dass die Differenzen durchaus erheblich sein können.

Iris Hansch/DDP DDP

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