VG-Wort Pixel

Kulinarisches Australien Wie sich die Aborigines ernährten

Hallo zusammen, ich bin Peter und ich stamme hier aus La Perouse. Heute führe ich euch durch den Busch und zeige euch Bush Tucker – das Essen, mit dem ich groß geworden bin.
Bush Tucker ist das einheimische Essen der Aborigines, das aus dem Meer, dem Bush oder von den Tieren kommt. Wir haben jetzt Frühling, daher weiß ich nicht, was wir finden werden, aber wir schauen uns mal um.
Ich halte nun Ausschau nach dem einheimischen Spinat, den wir Warrigal Green nennen. Ah, da vorne ist welcher.
Man kann ihn wunderbar für Salate oder zum kochen nehmen. Er schmeckt ein bisschen bitter, ist aber sehr vitaminreich und sehr zu empfehlen.
Also Leute, wir haben Glück. Das hier ist eine der wenigen Beeren, die hier in der Gegend wachsen. Die Pflanze heißt Dianella und falls ihr euch fragt, wie die Beere schmeckt: so ein bisschen wie ein Mix aus roher Bohne und Birne.
Die Lomendra ist eine einheimische Gras-Pflanze. Um diese Jahreszeit herum kommen die Samen langsam raus. Die werden noch etwas größer und dann kann man sie einfach vom Stiel abziehen und roh essen. Das ist wie Busch-Reis.
But also the grass itself... you reach in and grab a couple oft he stalks that are in here. Pull it out. The way we use this is, during a walk, if we ever get thirsty or a dry throat, just give it a bit of a nibble on the side. Not eat it, but just nibble (knabbern) it. And a lot of moisture, that is held inside will then come out and wetten your throat. And so you can continue your journey.
Wir haben aber auch noch die Grashalme... Man greift rein, nimmt ein paar und zieht sie raus. Vor allem bei langen Wanderungen sind sie praktisch. Wenn man eine trockene Kehle oder Durst hat. Man nimmt sie einfach und kaut auf dem Ende. Nicht essen, nur kauen. So kommt die ganze Flüssigkeit raus – und schon kann es weitergehen.
Der Red Bottle Bush Baum eignet sich hervorragend, um Wasser zu süßen. Dazu nimmt man die Blüten und legt sie ein. So kann sich der Nektar mit dem Wasser verbinden.
Den Busch lassen wir jetzt hinter uns und gehen ans Meer, meinem Lieblingsplatz. Wo ich aufgewachsen bin. Mal sehen, was wir hier so finden. Ich habe auf jeden Fall mein Austern-Öffner mit dabei, um zwischendurch ein paar zu probieren.
Heute wollen wir auf dem offenen Feuer grillen. Dazu zünde ich erst getrocknetes Gras an.
Das Feuer brennt, jetzt können wir Baumzapfen auf das Feuer legen, die später die Hitze speichern.
Heute haben wir tatsächlich Glück und eine Meeräsche gefangen. Das ist die Sorte Fisch, mit der ich hier groß geworden bin. Und den schmeißen wir heute komplett auf die Glut. Also mit Gräten, Innereien und all dem. Und dann schauen wir mal, wie er so schmeckt.
Außerdem haben wir noch ein paar Muschen gefunden, die wir auch drauf schmeißen.
Auf dem offenen Feuer geht das Kochen natürlich schneller als auf dem Herd. Deshalb muss man immer ein Auge auf sein Essen haben. Das sieht schon schön gleichmäßig aus. Und hier das gelbliche Öl... herrlich!
Jetzt ist es Zeit zu testen. Das machen wir mit einem dünnen Stöckchen. Wenn er einfach reingeht, ist der Fisch fertig. Der hier ist gut. Zeit, den Fisch von der Glut zu nehmen und zu probieren.
Er lässt sich ganz einfach häuten.... mal probieren...
Fantastic.
Nun wollen wir natürlich auch die Muscheln probieren. Die schlage ich einfach auf, zieh sie raus, entferne die Splitter... oh die wird super schmecken. Ich probiere mal.
Das könnte ich den ganzen Tag essen.
Wir haben traditionelles Bush Essen probiert und hatten glücklicherweise auch etwas aus dem Meer. Ihr habt hoffentlich einen kleinen Eindruck von unserem traditionelle Essen bekommen. Macht’s gut!
Mehr
Beeren, Blüten, Fisch und Co.: Auf einer Tour durch den australischen Busch zeigt uns ein Aborigine, was die Ureinwohner aßen und wie sie es zubereitet haben.
Von Hannes Holtermann und Simon Hollmann

Mehr zum Thema

Newsticker