VG-Wort Pixel

Barrierefreies Reisen Erster Rollstuhlfahrer bereist alle sieben Kontinente


Cory Lee sitzt im Rollstuhl, seit er vier Jahre alt ist – und hat trotzdem die ganze Welt bereist. Reisen im Rollstuhl erfordert viel Planung, sagt er, aber sei "absolut möglich". Jetzt will er noch unbedingt aufs Oktoberfest.

Ein Leben ohne Rollstuhl kennt Cory Lee eigentlich gar nicht. Seit er vier Jahre alt war, ist er damit unterwegs. Bei dem US-Amerikaner wurde schon als Kind Spinale Muskelatrophie diagnostiziert – eine seltene Erkrankung, die zu Muskelschwund führt. Doch dadurch lässt sich der 30-Jährige aus Lafayette im US-Bundesstaat Georgia nicht davon abhalten, die Welt zu bereisen. Und zwar die ganze Welt.

Als erster Rollstuhlfahrer der Welt hat Lee alle sieben Kontinente besucht. Sein großes Ziel erreichte er gerade noch rechtzeitig, bevor die Corona-Pandemie weite Reisen unmöglich machte: die Antarktis, gemeinsam mit seiner Mutter. "Wir waren auf der letzten Fahrt in die Antarktis, bevor die Grenzen geschlossen wurden", berichtete er jetzt in der Sendung "Good Morning America". "Es war surreal. Da waren Eisberge und Pinguine, alles, was man sich so vorstellt und mehr. Ich war zu Tränen gerührt."

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Instagram integriert.
Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.
DATENSCHUTZ-EINSTELLUNGEN
Hier können Sie die Einstellungen für die Anbieter ändern, deren Inhalte sie anzeigen möchten. Diese Anbieter setzen möglicherweise Cookies und sammeln Informationen zu Ihrem Browser und weiteren, vom jeweiligen Anbieter bestimmten Kriterien. Weitere Informationen finden Sie in den Datenschutzhinweisen.

Barrierefreies Reisen ist komplizierter, aber möglich

Die sieben Kontinente der Erde zu bereisen, war für Cory Lee, "ein Lebensziel", wie er selbst sagt. Mit 30 Jahren hat er nun das geschafft, worauf andere ein ganzes Leben warten – und das als Rollstuhlfahrer. Denn sein Handicap macht das Reisen durch die Welt noch komplizierter. Den Trip in die Antarktis beispielsweise habe er zwei Jahre lang planen müssen, so Lee. Längst nicht überall ist barrierefreies Reisen möglich.

"Als Reisender in einem Rollstuhl brauche ich viel mehr Zeit, um nach Zielen zu suchen, ein barrierefreies Hotel zu finden oder herauszufinden, welche Transportmittel ich benutzen kann", erzählte er dem Portal "Travelpulse". Um anderen, die in einer ähnlichen Situation wie er sind, zu helfen, sammelt Cory Lee Informationen rund um das Reisen im Rollstuhl und stellt sie auf seinem Blog zur Verfügung. Vor allem möchte er Menschen im Rollstuhl motivieren, sich trotz ihrer Einschränkungen auf den Weg zu machen und die Welt zu erkunden.

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Instagram integriert.
Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.
DATENSCHUTZ-EINSTELLUNGEN
Hier können Sie die Einstellungen für die Anbieter ändern, deren Inhalte sie anzeigen möchten. Diese Anbieter setzen möglicherweise Cookies und sammeln Informationen zu Ihrem Browser und weiteren, vom jeweiligen Anbieter bestimmten Kriterien. Weitere Informationen finden Sie in den Datenschutzhinweisen.

Sogar ein Kinderbuch hat Cory Lee geschrieben. "Let's explore with Cor Cor" wurde in diesem Sommer veröffentlicht. Die Story kommt jedem, der die Geschichte des Autors nur ein wenig kennt, bekannt vor: Ein Junge im Rollstuhl reist durch die ganze Welt. Kinder sollen dadurch nicht nur verschiedene Orte auf der Welt kennenlernen, sondern auch ganz selbstverständlich damit umgehen können, dass andere anders aussehen und sich anders fortbewegen, als vielleicht sie selbst.

Cory Lee will unbedingt aufs Oktoberfest

Mittlerweile war Cory Lee in 37 Ländern. Und was war sein Highlight? Lee nennt das Kamelreiten in der Sahara und die schmalen Gassen von Marrakesch – obwohl er an Marokko als Land eigentlich "keine hohen Erwartungen" hatte. Auf Instagram, Facebook und Twitter können Interessierte die Reisen des Weltenbummlers nachlesen und auch weiterhin mitverfolgen.

Denn Cory Lee ist auch nach sieben Kontinenten noch längst nicht am Ende. Als neues Lebensziel hat er sich vorgenommen, sein eigenes Land besser kennenzulernen und jeden der 62 Nationalparks in den USA zu besuchen. Drei hat er schon geschafft. Und auch nach Deutschland wird Lee, der übrigens seit der Schulzeit ganz ordentlich Deutsch spricht, noch mindestens einmal kommen: Er möchte sich unbedingt mal auf dem Oktoberfest betrinken.

Quellen:Cory Lees Blog "Curb Free with Cory Lee""Good Morning America" / "Travelpulse" / Cory Lee auf Instagram

epp

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker