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Schlampige Wartung: Rekordstrafe gegen American Airlines verhängt

Die US-Luftsicherheitsbehörde geht hart mit American Airlines ins Gericht. Sie wirft der zweitgrößten Fluggesellschaften des Landes vor, Sicherheitsinspektionen versäumt zu haben. Jetzt droht der Airline ein Bußgeld in Millionenhöhe.

Die Rekordstrafe von 24,2 Millionen Dollar ist der vorläufige Höhepunkt einer zwei Jahre dauernden Auseinandersetzung. 2008 waren mehr als 300.000 Passagiere gestrandet, weil die Behörde die Mittelstrecken-Jets vom Typ McDonnell Douglas MD-80 am Boden festgehalten und überprüft hatte. Die betroffenen 286 Maschinen bildeten das Rückgrat der Flotte von American Airlines.

"Es dürfen keine Kompromisse gemacht werden, wenn es um die Sicherheit geht", begründete Verkehrsminister Ray LaHood das harte Vorgehen. Die FAA wirft der Fluggesellschaft vor, Kabel in den Radkästen der Maschinen nicht überprüft zu haben. Dabei hätten Mitarbeiter der Behörde bei Kontrollen mehrfach auf den Fehler hingewiesen. Hätte es hier Defekte gegeben, so malte die FAA aus, hätte die Hydraulik zum Ausfahren der Räder versagen oder Feuer ausbrechen können.

Warnung für andere US-Airlines

US-Medien werteten die drakonische Strafe als Signal an die anderen Fluggesellschaften, sich nicht mit der FAA anzulegen. Gleichzeitig schätzten sie die Aussichten als vielversprechend ein, dass American Airlines sich vor Gericht der Rekordbuße entledigen kann. American Airlines kündigte umgehend an, gegen die Strafe vorgehen zu wollen: "Wir glauben, dass dieses Vorgehen vollkommen ungerechtfertigt ist."

Die FAA hatte American Airlines erst im Februar eine Strafe von 2,9 Millionen Dollar aufgebrummt, weil die Mechaniker einer Regionalflug-Tochter defekte Fahrwerksklappen an vier kleineren Maschinen falsch repariert hatten. Auch damals hatte die Behörde angemerkt, dass American Airlines der Fehler bekannt gewesen, die Flugzeuge aber trotzdem gestartet seien.

tib/DPA / DPA

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